Mit Radiowellen Mauerreste der Burg finden

Wolfratshausen - Laut Torsten Sjöberg, dem Vorsitzenden des Burgvereins, wurden bei einer Probemessung Türme und Gräben der alten Burg erkannt.

Der Vorsitzende des Wolfratshauser Burgvereins berichtete beim jüngsten Mitglieder-Treffen im Schützenheim über eine Bodenradar-Probemessung, die ein Ingenieurbüro aus Schwabmünchen kürzlich im Bergwald durchgeführt hat. Die Fundamente der Türme sollen erkennbar geworden sein, ebenso die Gräben im Bereich der Niklaskapelle. Man wollte sehen, ob die Bodenradar-Methode auf dem Gelände funktionieren könnte, so Sjöberg.

Der Geretsrieder Archäologe Joachim Pechtl hatte zuvor erklärt, welche physikalischen Möglichkeiten es gebe, das Erdreich nach Mauerresten und anderen Spuren der 1734 zerstörten Wolfratshauser Burg zu erforschen. Ausgrabungen kommen für Pechtl nicht in Frage, weil man durch sie unwiederbringliche Geschichtsquellen vernichte. Die Archäologie wende heute im Prinzip drei Hauptverfahren an. Das erste sei die Magnetometrie. Mit einem Messgerät schreite man den Grund über dem vermuteten Bodendenkmal ab. Das zweite Verfahren, die Geoelektrik, gebe vor allem Informationen über die Strukturen in der Tiefe. Beim Bodenradar schließlich würden Radiowellen ausgesandt und reflektiert, die unter anderem Aufschluss über Mauerreste aus Stein gäben. Der Archäologe hält Bodenradar für am besten geeignet für Wolfratshausen.

Zu ihrem nächsten Treffen, voraussichtlich am 27. September, erwartet der Burgverein den bekannten Mittelalterarchäologen, Historiker und Burgenforscher Joachim Zeune. (tal)

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