Michael Müller ist gesundheitlich angeschlagen. Foto: red

Ränkespiel um Müllers Mandat

Bad Tölz-Wolfratshausen - Gewisse Kreisräte würden gerne Josef Maier als Kreisrat verhindern. Sie wären sogar bereit, ödp-Kreisrat Michael Müller nicht aus seinem Mandat zu entlassen.

Eigentlich ist es nur eine Formalie. Michael Müller (ödp) will am Mittwoch aus gesundheitlichen Gründen sein Kreistagsmandat niederlegen. Aber: Der Mann, der für ihn nachrücken soll, heißt Josef Maier, stammt aus Ascholding und hat den Ruf, ein äußerst hartnäckiger und unbequemer Zeitgenosse zu sein. Vor einiger Zeit hat er Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um den Brandschutz am Geretsrieder Gymnasium zu verbessern, und seit einiger Zeit beschäftigt er die Behörden, um eine Biogasanlage in seiner Nachbarschaft schließen zu lassen. Weil Maier Maier ist, gibt es hinter den Kulissen schon seit einigen Tagen Bewegung: Einige Kreisräte versuchen, eine Mehrheit zu mobilisieren, die Müller die Mandatsniederlegung verweigert. Das Ziel: Josef Maier jun. verhindern.

Michael Müller ist über das Vorhaben erbost. „Das ist eine glatte Unverschämtheit“, sagt er. Erst am Montagabend ist er aus dem Krankenhaus gekommen, wo man ihm einen Leistenbruch operiert hat. Kaum aus der Klinik entlassen, erfuhr er von den Ränkespielen. „Ich bin gesundheitlich angeschlagen, habe eine lädierte Hüfte und Stoffwechselprobleme“, sagt er. „Wenn man das nicht respektiert, dann weiß ich nicht, wie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit noch möglich sein soll.“

Ansonsten spricht er sich mit Nachdruck für seinen Parteifreund Maier aus: „Er ist hochkompetent und hat in vielen Dingen einfach Recht, auch wenn seine Methoden manchmal streitbar sind.“ Dass Maier in der Sitzung nicht zur Vereidigung eingeladen ist, ärgert ihn. „Das ist schon sehr ungewöhnlich sagt er. „Ich erwarte eine heiße Debatte.“

Überhaupt wird Müller sein ehrenamtliches Engagement in den nächsten Monaten auf das Minimale reduzieren. „Ich muss momentan auf mich selbst schauen, ich baue ab, wo immer es geht“, sagt er. Dazu gehört neben dem ödp-Kreisvorsitz auch das Dietramszeller Gemeinderatsmandat. „Spätestens im Sommer will ich aufhören.“ Müller hat sich nur von Bürgermeisterin Leni Gröbmaier, auf deren Bürgerliste er kandidiert hat, überreden lassen, noch ein paar Monate weiter zu machen. Denn: Erst kürzlich hatte CSU-Mann Ernst Ausfelder sein Mandat nieder gelegt - auch er aus gesundheitlichen Gründen. (vu)

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