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Der TSV Schäftlarn hat seine Veranstaltung aus der ROC zurückgezogen: Dem Nachwuchs will der Verein aber weiterhin die Chance geben, Rennerfahrung zu sammeln – wie hier beim ROC-Lauf im vergangenen April.  

Raiffeisen-Oberland-Challenge

„Schäftlarn läuft“ nicht mehr

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Schäftlarn/Wolfratshausen – Schäftlarn steigt aus der Raiffeisen-Oberland-Challenge (ROC) aus. Der Grund: zu wenig lokale Teilnehmer. Stattdessen kommen Rennen in Holzkirchen und Schliersee dazu.

Während der Abschlussgala der Raiffeisen-Oberland-Challenge (ROC) war es nur eine Randnotiz, der Abend sollte den Siegern der Laufserie gehören. Also erwähnte ROC-Chef Alfred Barth nur in einem Nebensatz, dass mit „Schäftlarn läuft“ und dem Sachsenkamer Dorflauf zwei traditionsreiche Rennen aus dem ROC-Programm fallen. Sie werden im kommenden Jahr vom Sixtus-Lauf Schliersee (20. Mai) und dem Holzkirchner Marktlauf (22. Oktober) ersetzt.

Den Ausstieg Schäftlarns erklärt Fabian Blomeyer mit der recht schwachen Resonanz aus den eigenen Reihen. Nicht was die Organisation betrifft, „hier hatten wir mit Eugen Müller und seinem Team sehr viele engagierte Leute“, sagt der Leiter der zuständigen Abteilung Breitensport des TSV Schäftlarn. Vielmehr nahmen die Sportler aus Schäftlarn selbst den Wettbewerb nicht mehr so gut an, seitdem er von der Isar hinauf zum TSV-Vereinsheim verlegt worden war. „Im ersten Jahr nach dem Umzug waren noch alle neugierig. Dann sind’s bei den Erwachsenen immer weniger geworden“, sagt Blomeyer – und spekuliert: „Vielleicht waren die vier Runden um die Sportanlage einfach zu langweilig.“ Nur die Kinder blieben bei der Stange. Deshalb wolle man am – bislang parallel zum Lauf stattgefundenen – Breitensporttag weiterhin Nachwuchsrennen anbieten. Schäftlarns Breitensport-Chef betont, dass TSV und ROC im Guten auseinandergegangen seien. „Zwischen uns gab’s absolut keine Probleme“, sagt Blomeyer und ergänzt: „Mit Holzkirchen und Schliersee hat die ROC sehr gute Alternativen.“

Ersatz zu finden für die beiden Rennen „ist gar nicht so schwer gewesen“, bestätigt Alfred Barth. Willi Neureiter, Spartenchef Lauf beim RSLC Holzkirchen, habe in der Vergangenheit mehrfach gefragt, ob er mit seinem Marktlauf zu uns kommen könne, sagt der ROC-Vorsitzende. „Mit dem freien Platz können wir ihm den Wunsch nun erfüllen.“ Die Veranstaltung der Holzkirchner nach den Sommerferien mit einer Zehn-Kilometer-Strecke in der Kategorie Speed und einem Zehn-Meilen-Rennen hält er für „sehr reizvoll“.

Attraktivität tut auch Not. Die Laufserie habe heuer leicht an Teilnehmern eingebüßt, räumt Barth ein. Dies könnte daran liegen, dass mit den Läufen in Gaißach und auf den Blomberg sowie dem Rennen in Moosham „ein paar Heartbreaker“, wie der ROC-Chef sie nennt, im Programm sind. „Mir erzählen die Leute immer wieder, dass die Läufe der Extreme-Kategorie mit ihren langen oder vielen Anstiegen sehr schwer sind.“ Gleichzeitig habe er aus vielen Gesprächen mit den Sportlern das Bedauern herausgehört, dass es den Tölzer Halbmarathon nicht mehr gibt. Viele, sagt Barth, „laufen halt lieber 21 Kilometer flach als fünf Kilometer steil bergauf“. Die dürfe man nicht vergessen. „Wir können nicht warten, bis es kritisch wird. Wir müssen das Gleichgewicht zwischen Bedürfnissen der Spitzenathleten und denen der Breitensportler im Auge behalten.“

Das haben er und seine Vorstandskollegen getan. Sie sahen sich ein Demo-Video vom Schlierseer Halbmarathon an, trafen sich mit den Organisatoren und schnürten für die hiesige Läuferszene ein attraktives Paket. Die Startgebühr für die Serie mit einem Halbmarathon und acht weiteren Läufen liegt weiterhin unter 100 Euro, ist also bezahlbar. „In der Region blättert man sonst allein für den Start bei einem Halbmarathon 40 bis 50 Euro hin. Ich finde, wir haben einen super Kompromiss gefunden.“

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