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Freuen sich auf „BrotZeit & Spiele“ (v. li.): Veranstalter Wolfgang Ramadan und Bürgermeister Michael Müller.

Wolfgang Ramadan startet die Reihe "Brotzeit & Spiele"

Kulturelle Grundversorgung vor Ort

Geretsried - Impresario Wolfgang Ramadan ist im Landkreis bekannt wie ein bunter Hund. 2017 bietet er im Geretsrieder Ratsstubensaal eine Veranstaltungsreihe mit vielen bekannten Künstlern. Ihr Titel: "BrotZeit & Spiele".

Ob als Verfasser der erfolgreichen Theaterstücke „Pension Nirvana“ und „Kälberbrüten“, Buchautor oder Veranstalter der Theaterabo-Reihe im Vereinsheim Dorfen: Wolfgang Ramadan weiß, dass auch die Bewohner außerhalb Münchens „hungrig“ auf kulturelle Veranstaltungen sind. Nicht immer haben sie aber Lust und Zeit, dafür eine 30 bis 50 Kilometer lange Anreise in Kauf zu nehmen. Deshalb bietet der Impresario seit einigen Jahren in verschiedenen Orten zwischen Icking und Wasserburg ein besonderes Veranstaltungs-Abo mit Künstlern an, die man sonst nur in den großen Theatern beziehungsweise Konzerthallen sehen kann.

Kulturarbeit mit ökologischem Fußabdruck

„Das ist Kulturarbeit mit ökologischem Fußabdruck“, erklärte Ramadan beim Pressegespräch am Montag im Rathaus. „Sie setzen den Fuß auf die Straße und sind fast schon am Veranstaltungsort“. Zwischen dem 13. Januar und dem 25. November haben nun auch die Geretsrieder die Möglichkeit, durch den Erwerb eines Abos renommierte Künstler und Musiker (siehe Kasten) quasi direkt vor der Haustür im Ratsstubensaal zu erleben. Dabei hat jeder Abonnent zusammen mit sieben weiteren Nutzern einen festen Tisch reserviert. Einlass ist schon zwei Stunden vor der Veranstaltung, damit jeder davor noch seine Brotzeit (die nicht im Abo-Preis inbegriffen ist) genießen kann. „Da haben sich viele Leute kennen gelernt, die mittlerweile sogar gemeinsam auf Bergtouren gehen oder zusammen in den Urlaub fahren“, erzählt der gebürtige Münchner nicht ohne Stolz.

Übrige Karten gehen an Menschen mit geringem Auskommen

Jede Eintrittskarte ist frei übertragbar. Wird sie nicht verkauft oder ist der Kartenbesitzer zum Beispiel wegen Krankheit verhindert, spendet sie Ramadan an Menschen mit geringem Einkommen, die sich sonst kein Ticket leisten können. Ein Konzept, das auch Bürgermeister Michael Müller begeistert. „Wir wollen ein vielfältiges Kulturleben in Geretsried etablieren, damit fördern wir langfristig auch den Standort“, hob der Rathauschef hervor. Die Stadt Geretsried stellt deshalb die technische Ausrüstung wie zum Beispiel Licht und die Sound-Anlage für die sechs Veranstaltungen zur Verfügung. „Mittelfristig soll auch rund um das Rathaus und das Museum eine Kulturmeile entstehen“, kündigte Müller an.

Der Kulturverein Isar-Loisach unterstützt Ramadan

Unterstützt wird Ramadan zudem vom Kulturverein Isar-Loisach, der nicht erst seit der Rettung des Geretsrieder Kulturherbstes ausgezeichnet vernetzt ist und darüber hinaus auch bei der Werbung sowie bei der Gäste- und Künstlerbetreuung aushelfen will. Ramadan ist fest davon überzeugt, dass „BrotZeit & Spiele“ auch in Geretsried erfolgreich sind und nach der Testphase auch 2018 fortgesetzt werden. „Wer sich einmal an die kulturelle Grundversorgung gewöhnt hat, will sie nicht mehr missen“, weiß der Ickinger.

Das Programm in den Ratsstuben

13. Januar: Wellbrüder aus‘m Biermoos; 28. April: 3 Männer nur mit Gitarre (Musikkabarett); 7. Mai: Chris Böttcher: „Schluss mit frustig“ (Kabarett); 15 . September: Caveman – Theaterstück mit Karsten Kaie; 6. Oktober: Christine Eixenberger: „Lernbelästigung“ (Kabarett); 25. November: Martin Schmitt: „Aufbassn“ (bayerische Texte mit Blues, R&B-, Soul- und Jazzelementen).Einlass bei allen Veranstaltungen ist 18 Uhr, Beginn: 20 Uhr. Abo-Preis: Geretsrieder Kulturabo für sechs Vorstellungen: 139,00 Euro (ab sofort erhältlich) Abo-Telefon: 0 81 71/ 3 85 21 21; Abo-Mail: service@brotzeitundspiele.de. Einzelkarten im Vorverkauf sind für 27 Euro und an der Abendkasse für 28 Euro erhältlich. Karten im Internet gibt es ab dem 9. Januar unter www.kartenengl.de. Die weiteren Vorverkaufsstellen stehen noch nicht fest.

Peter Herrmann

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