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Immer wieder Schauplatz von Vandalismus: Das Pfarrzentrum Heilige Familie am Johannisplatz.

„Eine Unverschämtheit“

Randale im Pfarrzentrum Heilige Familie

Geretsried - Das Pfarrzentrum Heilige Familie war in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz von Vandalismus. Jetzt hat die Randale offenbar eine neue Dimension erreicht: Jugendliche platzten mehrfach in Gottesdienste und störten den Ablauf.

Das berichtet Streetworker Michael Mock im aktuellen Rundbrief des Trägervereins Jugendarbeit Geretsried. Zudem wurden Gottesdienstbesucher verbal angegangen und beleidigt.

Bislang war nur bekannt, dass es im Pfarrzentrum am Johannisplatz wiederholt zu Sachbeschädigungen kommt – zuletzt an den Tagen vor Silvester. Damals verbrannten Unbekannte auf einem Teppich im Innern Papierzettel. Im Außenbereich zündeten sie Böller an und kletterten auf ein Garagendach. Neben allerlei Unrat hinterließen die Randalierer einen Schaden von mehreren hundert Euro.

Um die Situation zu beruhigen, hatte es bereits im Herbst ein Mediatorengespräch zwischen den Störenfrieden und den Messebesuchern gegeben. Dies verlief nach Aussage des Streetworkers zwar konstruktiv. Es seien aber „weitere Notfalleinsätze vorauszusehen“, wie er schreibt. Weil ihnen der Weg zum Jugendzentrum Saftladen zu weit ist, nutzten einige junge Leute das Pfarrzentrum als warmen Rückzugsort. Von den Straßen und Plätzen seien sie dagegen großteils verschwunden. „Viele Jugendliche haben sich im privaten Umfeld verabredet“, berichtet Mock. Dadurch seien sie auch für die Mobile Jugendarbeit schwer erreichbar.

Nach Aussage von Pfarrer Georg März ereignen sich die Zwischenfälle in der Heiligen Familie meist in den Nachmittagsstunden. „Das bekommen wir in unseren Büros aber leider nicht mit“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Nachts verriegle sich die Tür von selbst, so dass ein Eindringen schwierig ist. „Das Harmloseste sind noch achtlos weggeworfene Zigarettenstummel“, schildert März die Situation. Im November sei dann erstmals ein Gottesdienst gestört worden – eine „Unverschämtheit“, wie der Geistliche findet. Die Ereignisse zwischen den Jahren kann er nur als „hirnlosen Blödsinn“ bezeichnen.

Das Alter der Randalierer schätzt der Pfarrer auf etwa 14 Jahre. „Ich verstehe ja, dass ihnen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt und sie woanders Unterschlupf suchen“, sagt er. Bei der Neugestaltung des Johannisplatzes habe die Stadt vergessen, Anlaufstellen für die dort wohnenden Jugendlichen zu schaffen. Mit dem Klientel im Saftladen würden sich die Heranwachsenden nicht wirklich vertragen. März: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Gruppen lieber unter sich bleiben.“ Mitarbeiter der Pfarrei hätten bereits versucht, die Jugendlichen anzusprechen und mit ihnen ein Projekt zu starten. „Da war das Interesse aber dann sehr gering“, bedauert der Pfarrer. „Kaum einer von ihnen ist katholisch. Für uns wäre das kein Problem, aber für die Jugendlichen offenbar schon. Die halten sich zwar gern im Warmen auf, scheuen aber den Kontakt.“

Streetworker Mock war trotz mehrfacher Nachfrage unserer Zeitung telefonisch leider nicht zu erreichen. (dor)

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