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Klappern gehört zum Handwerk: Seit fast 70 Jahren ziehen die Ratschenbuben am Karfreitag und -samstag durch Geretsried. Das Foto entstand um das Jahr 1950.

Das historische Foto der Woche

Ratschenbuben ziehen durch Geretsried

Geretsried - Wenn die Glocken schweigen, rufen sie zu den Gottesdiensten: Die Ratschenbuben der Egerländer Gmoi.

Vor fast 70 Jahren haben die Vertriebenen aus dem Egerland den jahrhundertealten Brauch des Osterratschens mit nach Geretsried gebracht. Weil die Kirchenglocken am Karfreitag und Karsamstag schweigen – der Überlieferung nach sind sie nach Rom geflogen –, soll das Klappern der Holzinstrumente die Gläubigen zu den Gottesdiensten rufen.

Auch heute noch pflegt die Egerländer Gmoi diesen Brauch. Beim Osterratschen mitgehen dürfen Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis maximal 16 Jahren. Bis dato war das ausschließlich Buben vorbehalten. Heuer dürfen zum ersten Mal auch Mädchen mitmachen, teilt Mitorganisatorin Inge Hammerschmied mit.

Die Ratschen, Schubkarren, Klapperhammer und Rumpelkästen werden am Gründonnerstag, 2. April, ausgegeben. Wer dabei sein möchte, kommt laut Hammerschmied um 15 Uhr auf die Böhmwiese. Von dort aus geht es zur Ausgabestelle.

Am Karfreitag, 3. April, und am Karsamstag, 4. April, drehen die Ratschenkinder jeweils drei Runden durch Gartenberg: um 6, 11 und 17 Uhr. Treffpunkte sind die BayWa, das L’Arena und die Isaraustraße. Von dort aus ziehen sie durch die Straßen Gartenbergs. Immer eine Stunde nach dem ersten Treffen kommen die Gruppen am Kirchplatz, Ecke Graslitzer Straße zusammen. Gemeinsam gehen sie dann über die Graslitzer Straße zum Karl-Lederer-Platz, wo sie eine Ehrenrunde drehen.

Nach der letzten Runde am Karsamstag treffen sich die Mädchen und Buben auf der Böhmwiese. Bei Einbruch der Dunkelheit wird dort ein Ratschenfeuer entzündet. Außerdem gibt es für die fleißigen Kinder eine Brotzeit.

(nej)

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