Dr. Jakob Bernlochner Der Eglinger muss wieder als Leitender Notarzt für den Zweckverband für Rettungsdienst eingesetzt werden.

Rauswurf Bernlochners nicht rechtens

München/Bad Tölz-Wolfratshausen - Dr. Jakob Bernlochner darf weiterhin als Leitender Notarzt für den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberland tätig sein. Das wurde gestern vor dem Verwaltungsgericht in München entschieden.

Seine Abberufung von dem Posten im Dezember vergangenen Jahres (wir berichteten) muss rückgängig gemacht werden. Die Kündigung begründete Helmut Stork, Geschäftsführer des Zweckverbandes, mit einem „gestörten Vertrauensverhältnis“ und der angeblichen Unzuverlässigkeit des promovierten Mediziners, der zwölf Jahre für den Zweckverband tätig war. Bernlochner habe unter anderem kein Fahrtenbuch über seine Einsätze geführt und einen nicht anerkannten Funkrufnamen verwendet. Außerdem seien dem Zweckverband Verfehlungen Bernlochners zugetragen worden, die sich der Eglinger angeblich in Einsatzgebieten außerhalb des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen habe zu Schulden kommen lassen. Auch wies Stork auf Bernlochners Abberufung als Kreisfeuerwehrarzt 2009 hin. Die Ursache sei ebenfalls ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis zur Feuerwehrführung gewesen.

„Was atmosphärisch da war, haben wir zusammengefasst“, bilanzierte der den Zweckverband vertretende Rechtsanwalt. Den Mediziner als Leitenden Notarzt abzuziehen sei „nicht leicht gefallen“. Aber überall dort, wo Bernlochner tätig gewesen sei, habe es „kommunikative und soziale Probleme“ gegeben - auch wenn der Mediziner „fachlich zweifellos geeignet war“.

Richterin Jutta Krieger reichten die Argumente für den Rauswurf nicht, zumal die Gründe nur auf Hörensagen basieren würden. „Der Sachverhalt ist nicht ausreichend recherchiert, und was ermittelt worden ist, rechtfertigt es nicht, Bernlochner als Leitenden Notarzt abzuziehen“, sagte Krieger.

Bernlochner selbst glaubt, dass es Zeitgenossen gebe, „die es nicht mögen, wenn man wie ich für verschiedene Organisationen tätig ist“. Die Anschuldigungen gegen ihn seien „aus der Luft gegriffen“.

(njd)

Auch interessant

Kommentare