Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen bis zu 40 Minuten

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Mehr als 30 Mal hat ein bislang unbekannter Täter im Geretsrieder Stadtgebiet Autoreifen zerstochen. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. 

Polizei bittet um Mithilfe 

Vergebliche Jagd nach dem mysteriösen Reifenstecher

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Einem höchst mysteriösen Täter jagt die Geretsrieder Polizei hinterher. Seit Monaten zersticht der Unbekannte Autoreifen, und das fast im gesamten Stadtgebiet. Knapp 30 Mal hat der Täter bereits zugeschlagen. Noch immer hat die Polizei keine heiße Spur.

Geretsried – Der jüngste Fall liegt gerade mal ein paar Stunden zurück. In der Nacht zum Donnerstag zerstörte der Unbekannte am Karlsbader Weg alle vier Reifen an einem Kia, der einer 43-jährigen Geretsriederin gehört. Dabei entstand ein Sachschaden in Höhe von 600 Euro. In der selben Nacht schlug der Reifenstecher einweiteres Mal zu. Dieses Mal traf es den Hyundai i20 einer 62-jährigen Geretsriederin, der am Prießnitzweg abgestellt war. Erneut hatte es der Unbekannte auf alle vier Reifen abgesehen. Der Schaden betrug 320 Euro.

„Es gibt da eine auffällige Häufung im Geretsrieder Stadtgebiet“, sagt Polizeihauptkommissar Emanuel Luferseder. Die Serie begann – mit mehreren Unterbrechungen – Ende Oktober 2016. Der Täter – oder die Tätergruppe – schlägt stets im nördlichen Stadtgebiet zu, im Bereich um den Waldfriedhof sowie im Ortsteil Gartenberg. Der Ortsteil Stein sowie der Bereich Jeschken- und Sudetenstraße blieb dagegen bislang verschont. Ebenfalls auffällig: Der Unbekannte macht stets alle vier Autoreifen platt. Meist schlägt der Unbekannte wohl in der Nacht zu. Aber nicht einmal das kann das kann die Geretsrieder Polizei mit hundertprozentiger Gewissheit sagen. Luferseder: „Die Autos stehen oft längere Zeit herum. Manchmal vergehen ein paar Tage, bis die Tat entdeckt wird.“

Ein immer wiederkehrendes Tatmuster kann der stellvertretende Leiter der Geretsrieder Polizeiinspektion nicht ausmachen. Mal ist ein BMW betroffen, mal ein VW – oder zuletzt ein Hyundai und Kia. Einen persönlichen Rache-Feldzug gegen bestimmte Autobesitzer kann die Polizei mittlerweile ausschließen. „Das Handeln ist rational nicht nachvollziehbar“, sagt der Polizist. Auffällig: „Der Unbekannte geht bei seinen Taten teilweise ein erhebliches Risiko ein.“ Das bedeutet: Er betritt Grundstücke und schrickt auch vor offenen Garagen nicht zurück. Ganz anders handeln laut Luferseder Betrunkene: „Sie suchen sich einfach das nächstbeste Auto aus.“

Der entstandene Schaden ist mittlerweile auf 15 000 Euro angewachsen. Der Polizei seien die Hände gebunden, bedauert Luferseder. Natürlich fahren seine Kollegen verstärkt Streife, bislang allerdings vergeblich. Das Verzwickte an dem Fall: „Um vier Reifen aufzustechen, braucht man vielleicht zehn oder 20 Sekunden. Wenn man da nicht unmittelbar daneben steht, hat man keine Chance, den Fall zu lösen.“ Dies sei ärgerlich, „aber unsere Möglichkeiten sind da leider stark eingeschränkt“.

Die Polizei bittet daher dringend um die Mithilfe der Bevölkerung. Wer zu einer „komischen Uhrzeit eine verdächtige Gestalt“ sehe, solle sofort bei der Polizei anrufen (Telefonnummer 0 81 71/93 51 0). Ansonsten setzt Luferseder auf den Faktor Zeit: „Geduld ist unser bester Freund. Früher oder später geht der Täter schon ins Netz.“

Patrick Staar

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