Rekordejagd
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Jürgen Bärwinkel liebt nicht nur das Märchen „Froschkönig“, seine Lieblingsfarbe ist auch noch Grün

Rekordejagd: Jürgen Bärwinkel, der Froschkönig

Geretsried - 8100 Amphibien aus Plüsch, Plastik und Porzellan besiedeln die Wohnung von Jürgen Bärwinkel aus Geretsried. Sogar für alle Kindersachen wurde eine Froschvariante gewählt.

„Am Anfang war meine Frau entsetzt. Dann hat sie die meisten gekauft.“ Als sich Monika und Jürgen Bärwinkel vor zwölf Jahren in einer Pullacher Backstube kennen lernten, besaß der heute 41-Jährige bereits rund 600 Frösche. Inzwischen besiedeln etwa 8100 Amphibien aus Plüsch, Plastik und Porzellan die Geretsrieder Wohnung.

„Heinrich, der Wagen bricht. Woher kommt dieser Satz?“, fragt Jürgen Bärwinkel seinen Sohn Benjamin. „Aus dem Froschkönig“, antwortet der Siebenjährige wie aus der Pistole geschossen. Es ist das Lieblingsmärchen seines Vaters, er kann es in- und auswendig. Benjamin hat noch zwei Geschwister, die neunjährige Jana-Elise und den sechsjährigen Tobias.

Zu Besuch beim Froschkönig

Seinen ältesten Bruder Maxi hat er nie kennen gelernt. Er hatte einen angeborenen Herzfehler und starb 1999 im Alter von 18 Monaten. Auf seinem Leidensweg begleitete den Kleinen eine kindergroße Ausgabe des Frosches Pillepop. „Der liegt jetzt mit bei ihm im Grab“, erzählt Monika Bärwinkel. Auch Maxis letzte Ruhestätte wird von einem Grabstein in Form eines Frosches geschmückt.

Einer der ältesten Plüsch-Frösche im Hause Bärwinkel heißt Jumper. „Wir streiten jeden Abend darum, wer ihn mit ins Bett nehmen darf“, sagt Jürgen Bärwinkel. Er liebt nicht nur das Märchen „Froschkönig“. Seine Lieblingsfarbe ist auch noch Grün. Da war der Faible für das Amphibientier vorprogrammiert: Ob Strampler, Beißring oder Zahnputzbecher – für alle Kindersachen wurde eine Froschvariante gewählt. „Sobald sie aus dem Alter raus waren, hat Jürgen die Sachen eingehamstert“, berichtet seine Frau Monika.

Eine Weile hatten die Bärwinkels sogar 15 lebende Frösche. Für sie wurde ein Terrarium mit „richtigem Urwald“ eingerichtet. „Immer wenn die Kinder geweint haben, veranstalteten sie ein lautes Gequake.“ Unglücklicherweise bekamen die Kinder einmal eine Futterdose in die Finger – mit lebenden Grillen und Heimchen. Sie wurde aufgemacht und nicht mehr richtig verschlossen. „Die Viecher waren überall, sogar bis in die Garage sind sie gekommen“, erinnert sich der Familienvater. „Bevor es deswegen Ärger mit den Nachbarn gibt, haben wir lieber die Konsequenzen gezogen.“ Das Terrarium landete in der Münchner Amphibien-Auffangstation. „Dort sind sie am besten aufgehoben“, sagt Jürgen Bärwinkel wehmütig.

Saskia Sauthoff

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