Schöne Bescherung: Der scheidende Bürgermeister Hans Sappl (re.) zusammen mit (v. li.) Nachfolger Hubert Oberhauser, Geschäftsleiterin Gisela Feiertag, Bauamtsleiter Franz Foitzik sowie Dritter Bürgermeister Josef Bail. Foto: lippert

Relax doch mal

Egling - Erst sachlich, dann emotional: Der scheidende Eglinger Bürgermeister Hans Sappl erlebte bei seiner offiziellen Verabschiedung ein Wechselbad der Gefühle.

Spät am Abend gab es Geschenke für Hans Sappl. Von seinen Rathausmitarbeitern wurden ihm ein großes Bild, ein T-Shirt, eine Schreibtischunterlage sowie einige Bierdecke überreicht. Überall sind die Gemeindemitarbeiter selbst zu sehen. „Damit Sie uns auch ja nicht vergessen“, erklärte Franz Foitzik vom Bauamt und schmunzelte. „Das ist ja die reinste Folter“, riefen einige Gemeinderäte im Spaß.

Sappl war von diesem Geschenk berührt und gab zu, von seinen Mitarbeitern in den letzten 18 Jahren viel gefordert zu haben. „Sie sind die Leidtragendsten gewesen“, räumte er ein. Dem neuen Rathauschef Hubert Oberhauser gab er mit auf den Weg: „Hubert, mach nicht weiter so, sondern pass auf meine Leute auf.“

Angefangen hatte der Abend im Oberhauser nüchtern und sachlich. Der scheidende Rathauschef blickte vor rund 40 Anwesenden auf Projekte, Zahlen, Daten und Fakten zurück. Dabei ging er chronologisch vor, für jedes Jahr seiner Amtszeit hatte Sappl eine kleine Mappe mit den wichtigsten Entscheidungen parat, darunter der Abbau der Schulden, der Bau des Kanals, die Sanierung von gemeindlichen Gebäuden und des Wassernetzes: „Wir haben viel geschafft“, so Sappl.

Oberhauser scherzte über Sappls Aufzählungen. „Der Vortrag klingt so, als ob Du wieder kandidieren willst“, sagte der neue Chef im Rathaus lachend. „Das spiegelt aber wieder, was Du alles gemacht hast.“ Sappl sei modern gewesen, habe aber nie die Tradition vergessen. „Du hast ein Gespür dafür gehabt, was wichtig ist.“ Laut Oberhauser saß Sappl als Gemeinderat von 1984 bis 1996 insgesamt 438 Mal für Gemeinderatssitzungen im Rathaus. Während seiner ersten Periode als Bürgermeister habe er 121 Gemeinderatssitzungen angesetzt, 1218 Tagesordnungspunkte wurden besprochen. In der zweiten Periode seien es gar 1561 Punkte gewesen, in den letzten sechs Jahren 961. „Jeder hat sich bei Dir gut aufgehoben gefühlt“, sagte Oberhauser. „Du warst bei Verhandlungen ein harter Hund. Und Du hast für Schwächere gekämpft. Du hast viel gefordert, aber auf dich war Verlass.“

Als Geschenk der Gemeinde überreichte Oberhauser stellvertretend einen Gutschein für einen Relax-Sessel. „Wir wünschen wir deinen schönen Ruhestand, auch wenn Du das erst mal lernen musst.“ Dritter Bürgermeister Josef Bail übergab dem Thanninger im Namen des Gemeinderats einen Gutschein für ein neues Radl. „Und fällt Dir an einem Tag partout nichts ein, schau doch mal bei uns rein“, dichtete Bail.

Um 22:31 Uhr war es schließlich soweit. Sappl erhob sich und kramte zwei große symbolische Schlüssel hervor, einen für das Rathaus, der andere für die Gemeindekasse. „Pass mir gut drauf auf, Hubert“, mahnte er seinen Nachfolger.

Von Sebastian Dorn

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