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Erklärung vom Fachmann: Förster Norbert Nörr (li.) zeigte auch seltenere Baumarten wie Walnuss oder Eibe. 

Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen

Riegelahorn vor Muschelahorn

Er hat die Erwartungen voll erfüllt: Der Riegelahorn, mit dem Waldbesitzervereinigung (WBV) Wolfratshausen Werbung für die 19. Oberland Wertholzsubmission machte.

Münsing –  Er erreichte mit 3377 Euro pro Kubikmeter Holz nach einem Bergahorn aus der Jachenau das zweitbeste Ergebnis bei der Versteigerung wertvoller Einzelstämme.

Riegelahorn musste gefällt werden

Damit schlug er klar den ursprünglich von der Westküste Amerikas stammenden Muschelahorn, der trotz seines hohlen Stammes immerhin noch 2750 Euro erbrachte. Korbinian Häsch, Geschäftsführer der WBV Wolfratshausen, hatte den wertvollen Riegelahorn im Wald von Hans Obersoier in Bad Heilbrunn entdeckt. Da der Baum vom Brandkrustenpilz befallen war und die Sicherheit der Straße bedrohte, hatte die WBV den Baum gefällt. „Schon bei der Fällung haben wir besonders aufgepasst, dass der Stamm ja nicht beschädigt wird. Uns war klar, dass er sich als Wertstamm für die Submission eignen könnte“ sagte Häsch bei einer Führung für interessierte Waldbesitzer vergangene Woche am Lagerplatz in St. Heinrich.

Muschelahorn mit 3D-Effekt

Der Muschelahorn stand in der Nähe von Schloss Hohenburg in Lenggries. Dieser hatte einen Durchmesser von über einem Meter und maß stolze 3,27 Kubikmeter. Käufer war ein Furnierer aus Karlsruhe, der seine Furniere nach Auskunft von Häsch weltweit an Konzertsaalbetreiber, an Firmen und an Millionäre verkauft, die sich ihre Villen damit einrichten. Der Muschelahorn schimmert aufgrund einer Laune der Natur besonders schön. Der muschelartige Faserverlauf des Holzes ist extrem selten. Durch eine spezielle Oberflächenbehandlung wird ein dreidimensionaler Effekt erzielt, der äußerst dekorativ wirkt. BMW habe einmal ein Auto innen mit Muschelahorn ausgestattet, erzählte Häsch.

Killer: „Unsere Strategie, nur die beste Qualität anzubieten, hat sich bewährt“

Johann Killer, Vorsitzender der WBV Wolfratshausen, zeigte sich insgesamt mit den Submissionsergebnissen äußerst zufrieden: „Unsere Strategie, nur beste Qualität anzubieten, hat sich bewährt.“ Besonders gute Preise erzielten ihm zufolge Eiche und Ulme. Möbel aus dunkler Eiche seien mittlerweile beliebter als die helleren aus Ahorn oder Buche. Einige Ahornstämme hätten etwas enttäuscht, die Esche habe den niedrigen Erwartungen entsprochen, eine Fichte aus Kirchbichl habe immerhin 265 Euro pro Festmeter erbracht. Seltene Hölzer wie Thuja, Walnuss oder Eibe fanden bei der Versteigerung mit Bietern aus ganz Deutschland, Tirol und Frankreich ebenfalls ihre Liebhaber.

Webert: Gesunde Mischwälder ökologisch und ökonomisch wertvoll

Der neue Leiter des Bereichs Forsten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Holzkirchen, Christian Webert, erinnerte daran, dass gesunde Mischwälder nicht nur ökologisch, sondern – wie die Submission gezeigt hätte – auch ökonomisch wertvoll seien: „Die verstärkte Beteiligung von Laubbäumen oder auch von Tannen in den künftigen Wäldern ist in Zeiten des Klimawandels ebenso notwendig wie für die Waldbesitzer lohnend.“

Von Tanja Lühr

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