Rock pur und eine Party vom Feinsten

- "Bananafishbones": Tournee-Auftakt und CD-Präsentation im Hinterhalt

Gelting - Selbst die verwöhntesten Rockohren müssen zugeben: Die "Bananafishbones" sind besser denn je. Die Kultband aus Bad Tölz gab sich die Ehre. "Heute ist ein besonderer Tag. Die Tour beginnt jetzt!" Sebastian Horn, Frontmann der Tölzer Rockband, brachte es auf den Punkt. Die CD-Präsentation und der sechswöchige Tourauftakt im Geltinger Hinterhalt am Donnerstag sollte etwas ganz besonderes werden. Nach knapp 30 Minuten Spielzeit forderte das Publikum im dampfend heißen Kellerlokal bereits Zugaben. Es wurde ein Rockparty vom Feinsten.

"36 qm" heißt das neue Album der "Bananafishbones". Drei Monate führten die Brüder Sebastian und Peter Horn zusammen mit Florian Rein dafür ein Leben inmitten von Technik - auf 36 Quadratmetern. Von morgens acht Uhr bis vier Uhr früh arbeitete das Trio im "Fishtankstudio" unter der Garage von der "Schlagzeugeisenbahnmaschine" Florian Rein. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Das fünfte Album ist Rock pur. Kein unnötiger Schnickschnack, keine Experimente.

Drei Mann genügen für einen dichten Sound

Ohne Produzenten, ohne eine Plattenfirma sind die Bananafishbones ganz bei sich selbst angekommen. "Wir haben alles ausprobiert, die abstrusesten Gedanken. Und wir waren uns danach so einig wie nie", sagt Sebastian Horn.

"People disappear like socks in the wash". Damit beginnt eine Liedzeile über Menschen, die zugrunde gehen. Ein Lieblingsthema von Sebastian Horn, dem Meister der düsteren Erzählkunst. "Clue" und "Honeymoon" sind harte Gitarren-Pop-Rock-Stücke, "Miracle" glänzt mit Punkelementen.

Drei Mann genügen, um einen dichten Sound zu machen. Ein bekannter Musiksender kürte die Tölzer vor kurzem zur besten Live-Band Deutschlands. Neues gemixt mit Klassikern wie "Strange Times" und "Snowflakes" reichten, um das Publikum in Gelting zum Kochen zu bringen.

Hätte nur noch gefehlt, dass Sebastian Horn, der seinen obersten Hosenknopf vermisste, sich ausgezogen hätte. Die vielen weiblichen Fans von 15 bis 55 hätten es ihm sicher gedankt. Bei so viel Dampf wundert es nicht, dass der Frontmann neben Plattenstudio und Tourauftritten inzwischen dreifacher Familienvater ist. "Wir können nur das Beste tun, aber den meisten ist das nicht gut genug. F... you all", kündigte Sebastian Horn in gewohnter Manier den Song "The sound of heart" an. Für die Fans im Hinterhalt war es mehr als gut genug, was ihnen die "Bananafishbones" boten.

Spätestens bei "Easy Day" sangen alle mit. Beim Remake des Abba-Songs "Gimme, Gimme, Gimme (a man after Midnight)" hätten sogar die Schweden selbst den Hut gezogen. Und nach der x-ten Zugabe - "A Tribute to Johnny Cash" - mussten die drei Vollblutmusiker gegen das Gejohle der begeisterten und total ausgerasteten Menge anspielen. Der Zugabenteil wurde zum eigentlichen Konzert. Die Fans wollten sie nicht gehen lassen, und die Jungs aus Tölz genossen ihren grandiosen Auftritt. Es hätte nicht besser sein können. Roswitha Diemer

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