Handschuhe braucht Doris Semmler keine bei der Pflege ihrer empfindlichen Rosengewächse. „Da hab’ ich zu wenig Gefühl drin“, sagt die passionierte Hobbygärtnerin und Rosenzüchterin. Foto: sabine hermsdorf

Die Rosenkönigin

Geretsried - Geretsried ist die Stadt im Grünen. Grün und bunt sind auch ihre Gärten. Bei Doris Semmler blüht die "Königin der Blumen", die Rose, in allen erdenklichen Formen und Farben

An warmen Tagen wie diesen hängt der süße Duft der Rosen über dem Schrebergarten von Doris und Gunther Semmler. An der zitronen- bis goldgelben Lichtkönigin Lucia kann man gar nicht vorbeigehen, ohne einmal ausgiebig an ihr zu schnuppern. Im nächsten Beet steht eine Strauchrose in leuchtendem Pink, dazwischen recken sich rosafarbene Bonica-Buschröschen der Sonne entgegen. Sie sind besonders robust und bereiten ihrer Besitzerin das ganze Jahr über Freude, während die Edelrosen immer wieder verblühen und neu aufblühen. „Sie hätten Ende Juni kommen sollen, da waren sämtliche Farben auf einmal zu sehen“, schwärmt Doris Semmler, eine zierliche, adrett gekleidete Frau.

Mit gutem Recht haben ihr Freunde den Beinamen „Rosenkönigin“ verliehen. Den empfindlichen Gewächsen gehört die ganze Leidenschaft der 69-Jährigen. Schon mit zwölf Jahren habe sie sich ihnen im elterlichen Garten gewidmet, erzählt die gebürtige Münchnerin. Weil sie und ihr Ehemann Gunther in Geretsried keine passende Wohnung mit Garten fanden, pachteten sie eine 320 Quadratmeter große Parzelle in der Kleingartenanlage an der Jeschkenstraße. 250 Euro im Jahr bezahlen sie der Stadt dafür. Am Anfang war das Grundstück nicht mehr als ein Stück Acker. Ein paar Säcke Muttererde bekamen die Semmlers 1983 zusammen mit dem Gartentorschlüssel überreicht - das war’s.

In den vergangenen 29 Jahren verwandelte das Ehepaar das brache Stück Land in ein Paradies. Denn nicht nur „die Königin der Blumen“, die Doris Semmler teilweise sogar selber züchtet, entfaltet dort ihre Pracht. Auch Narzissen, Tulpen, Lilien, Hortensien und viele andere erfreuen das Auge. Vom Schneeglöckchen bis zur Herbstaster werden das ganze Jahr über bunte Tupfer gesetzt in dem tiptop gepflegten, langgezogenen Rasenstück. Die Hobbygärtnerin und ihr Mann haben geschlängelte Natursteinpfade darauf angelegt; sie haben Teiche ausgehoben, halbrunde Bänkchen um sie herum aufgestellt und Tuffsteinmäuerchen errichtet, in denen sich die Eidechsen verstecken.

(tal)

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