S-Bahn-Verlängerung

Runder Tisch rückt näher

Wolfratshausen/Geretsried – In spätestens eineinhalb Monaten ist es offenbar soweit: Ende Februar/Anfang März soll der zweite Runde Tisch zur S 7-Verlängerung nach Geretsried tagen. Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner klagt dennoch über eine „Hinhalte-Taktik“ seitens der Bahn und des Freistaats.

Am Rande der CSU-Fraktionsklausur in Wildbad Kreuth haben sich der CSU-Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann unterhalten. Letzterer „wird bald zum Runden Tisch einladen“, sagte Bachhuber auf Nachfrage unserer Zeitung. „Der endgültige Termin steht aber noch nicht fest.“ Der Grund: Die Prüfung der Bahn-Pläne im Ministerium sind Bachhuber zufolge noch nicht abgeschlossen. Das geht auch aus einer schriftlichen Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des für den Landkreis zuständigen SPD-Abgeordneten Florian von Brunn hervor.

Demnach haben Deutsche Bahn und externe Planungsbüros die beim ersten Runden Tisch im Januar 2014 vereinbarten vergleichenden Untersuchungen durchgeführt und dem Innenministerium vorgelegt. Die Daten würden derzeit von der Obersten Baubehörde geprüft und ausgewertet, heißt es in dem Schreiben im Namen von Innenminister Herrmann. Und: „In einem zweiten Runden Tisch im Frühjahr 2015 werden die Ergebnisse allen Beteiligten präsentiert.“

Bei diesem Treffen sollen laut Bachhuber dieselben Akteure dabei sein wie bei der ersten Zusammenkunft vor rund einem Jahr – neben dem Innenminister also Landrat Josef Niedermaier, die Bürgermeister von Wolfratshausen und Geretsried, Landtagsabgeordnete aller Fraktionen sowie die Planer der Bahn.

Ursprünglich sollte das zweite Treffen schon im vergangenen Frühjahr stattfinden. Es musste verschoben werden, weil die neuen Pläne und Kostenberechnungen noch nicht vorlagen. Dass es so lange dauert, ärgert Heilinglechner. Der Wolfratshauser Rathauschef sprach am Donnerstagabend in der Monatsversammlung der Bürgervereinigung von einer „Hinhalte-Taktik“ seitens Bahn und Freistaat. Sein Geretsrieder Amtskollege Michael Müller (CSU) habe sich wegen des Termins kürzlich bei der Bahn telefonisch erkundigt.

Die habe geantwortet, die Unterlagen seien an das Ministerium weitergeleitet worden. Dort wiederum, so Heilinglechner, wurde mitgeteilt, dass die Unterlagen nicht ausreichend seien. Wie berichtet will Innenminister Herrmann prüfen, ob man die S 7-Trasse in der Flößerstadt in einem Tunnel unter der Sauerlacher Straße hindurchführen könnte. Eine solche Troglösung wäre allerdings deutlich teurer als ein beschrankter Bahnübergang. Nach dem ersten Runden Tisch hatte das Innenministerium eine Prüfung der Tunnel-Planungen nach den Ideen des Wolfratshausers Hans Gärtner in Auftrag gegeben. Die Antworten in puncto Kosten und Realisierbarkeit stehen aus. E

in gemeinsames Schreiben von Heilinglechner, Müller, Landrat Niedermaier und Bachhuber an die zuständigen Stellen im Ministerium „soll jetzt Druck aufbauen“, sagte der Wolfratshauser Rathauschef. Momentan sei nicht absehbar, ob, wann und wie die S-Bahn verlängert wird. „Wir sind dadurch gehemmt in der Entwicklung der ganzen Stadt.“ Wie berichtet diskutiert die Stadt über den Bau eines Einkaufszentrums auf dem Kraft-Areal am Bahnhof. Sollte die S-Bahn mit Schrankenlösung kommen, würde das laut Heilinglechner wohl das Ende des Kraft-Projekts bedeuten. Die Verkehrsproblematik in der Stadt wäre zu groß.

von Sebastian Dorn und Frederik Lang

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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