Ein Rundgang durch die Geretsrieder Geschichte

- Arbeitsgruppe will zahlreiche Informationstafeln aufstellen

"Wir stehen hier an einer bedeutenden Stelle", sagt Arthur Zimprich von der Arbeitsgruppe vor dem Eingang zum Café Waldmann. Direkt gegenüber lagen in Kriegszeiten das Pförtnerhäuschen und der Eingang zum Munitionswerk der Deutschen Sprengchemie (DSC). Die Umgebung des Café Waldmanns wird der Ausgangspunkt für den südlichen Weg der Geschichte sein. Nahe der dortigen Bushaltestelle "wollen wir ein großes Einführungsschild aufstellen", sagt Zimprich. Darauf abgebildet soll eine Straßenkarte sein, die den genauen Standort aller Tafeln angibt. Auch Infor-<P>mationen über die Länge des Weges und welche Stationen nur zu Fuß oder mit dem Rad erreicht werden können, wird es dort geben. Ein Faltblatt, das man auf den Weg mitnehmen könnte, fände Zimprich zwar schön, "aber aus finanziellen Gründen können wir das vorerst nicht machen", bedauert er.<P>Momentan fließen alle Spenden in die Obelisken (siehe Kasten) und in die Geschichtstafeln. Auf 150 bis 200 Euro belaufen sich die Kosten pro Stück. Etwa für die Hälfte hat die Arbeitsgruppe Sponsoren. Die Gestaltung soll einheitlich sein. Jede zeigt das farbige Stadtwappen und den Titel "Weg der Geschichte in Geretsried". Dann gibt es auf silbernem Grund einen kurzen geschichtlichen Abriss über das jeweilige Gebäude oder den Ort. Beispielsweise erfährt man über die Firma Rudolf, dass sie der erste Betrieb nach dem Krieg war, "der in dem noch von Stacheldraht eingezäunten und streng bewachten Gelände die Produktion aufnahm". Die Bunker Nummer 93 und 94 waren 1945 die Heimat des Unternehmens. Auch ein altes Foto schmückt jede Tafel. Ebenso wird darauf hingewiesen, wo sich die nächste Station befindet. Geschützt werden die DinA-3-großen Schilder durch Acrylglas.<P>Erst der Süden, dann der Norden <P>Seit Monaten arbeiten Zimprich und seine Mitstreiter Dr. Wolfgang Pintgen, Gabriele Riegel, Martin Bruckner, Walter Holzer und Helmut Schmidmeier an der Verwirklichung des Rundweges. "Geretsried hat Nachholbedarf, was Geschichte anbelangt", glaubt Zimprich, der lange Jahre Geschichte am Geretsrieder Gymnasium unterrichtete. Da auch das Museum aufgeschoben worden sei, hätten viele "wenig Ahnung" von der Vergangenheit ihrer Stadt. Zimprich ist es wichtig zu betonen, dass sich der Rundweg nicht nur mit den Rüstungswerken beschäftigt. "Er befasst sich genauso mit den Firmen, die nach dem Krieg entstanden sind und mit dem alten Geretsried." Hinweistafeln finden sich deshalb auch an der Nikolauskapelle und am Orterer-Anwesen. "Um 1640 ist der Hof erstmals erwähnt worden", berichtet der heutige Besitzer, Robert Mayr. Weil er die Idee für den Rundweg gut fand, stiftete er die Tafel, die künftig an seinem Haus hängen wird. Ende Mai - so das grobe Ziel - sollen die Schilder im Süden Zug um Zug aufgestellt werden. "Danach", so Zimprich, "machen wir im Norden weiter."<P>

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