Politischer Stammtisch der CSU

S-Bahn: Bachhuber rechnet mit „spürbarer Summe“ vom Landkreis

Wolfratshausen - Zusammenhalten und nichts schlechtreden: Diese Marschroute hat die Wolfratshauser CSU nach dem zweiten Runden Tisch zur S-Bahn-Verlängerung ausgegeben. Mit den bisher bekannten Ergebnissen sind die Christsozialen zufrieden.

Eine Diskussion über die Kosten für die S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried war am Freitagabend beim politischen Stammtisch der CSU verboten. „Ich mag nicht diskutieren, wie wir die Millionen verteilen“, schärfte Fraktionsvorsitzender Günther Eibl den rund 30 Anwesenden im Waldramer Gasthaus zur Post ein. „So weit waren wir noch nie. Und mit Zahlen kann man in der Öffentlichkeit viel kaputt machen“, kommentierte Eibl den Ist-Zustand in puncto S 7. Seine Parteifreunde folgten seiner Bitte: 90 Minuten lang wurden die Ergebnisse des Runden Tischs mit Innenminister Joachim Herrmann gelobt. Wie berichtet hat sich am Mittwochabend ein „klarer Favorit“ (Herrmann) herauskristallisiert: ein zweigleisiger Tunnel/Trog im Bereich der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen. Kostenpunkt: 44 Millionen Euro, der Landkreis sowie die Städte Wolfratshausen und Geretsried müssten gemeinsam rund 20 Millionen Euro dazugeben.

Einer der Stammtischgäste war der CSU-Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber, auch Teilnehmer des Runden Tisches im Innenministerium. Der Bad Heilbrunner blickte in einem 30-minütigen Vortrag auf die Chronologie der S-Bahn-Debatte zurück. Angefangen von einem Grundsatzbeschluss des Geretsrieder Stadtrats zum Anschluss ans Münchner S-Bahn-Netz aus dem Jahr 1992, den vielfältigen Widerständen gegen das Projekt samt Bürgerentscheid in der Flößerstadt bis hin zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens im November 2010. Hauptaufgabe der zwei Städte und des Kreises sei es jetzt zu klären, wie die Mehrkosten für das Trio von rund 17 Millionen Euro (Berechnungsstand 2009) verteilt werden, erklärte Bachhuber. Der Landkreis müsse sich „mit einer spürbaren Summe“ beteiligen. „Immerhin zahlen die Städte Geretsried und Wolfratshausen rund 40 Prozent der Kreisumlage.“ Bis zum Ende der Sommerferien sollten die Grundsatzbeschlüsse stehen, so der CSU-Kreisvorsitzende. Denn: „Bis dahin sind alle Planungen auf Stopp gestellt.“

Peter Plößl, seit 19 Jahren im Wolfratshauser Stadtrat, zog aus den jüngsten Erfolgen drei Schlüsse. Erstens: Hartnäckigkeit lohnt sich. Zweitens: Bachhuber, der als Kreisvorsitzender unterschiedliche Interessen koordinieren muss, habe stets „für die Stadt Wolfratshausen gesprochen“. Drittens: „Es ist komfortabler, in Bayern ohne Koalitionspartner arbeiten zu können.“ In Wolfratshausen muss die Politik laut Plößl bei den Haushaltsberatungen in den nächsten Jahren die S-Bahn-Verlängerung berücksichtigen. „Wir müssen uns finanziell so aufstellen, dass wir auf die Situation vorbereitet sind.“

Euphorisch äußerte sich der stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende Robert Namyslo: „Uns hält nichts mehr Richtung Geretsried auf, außer wir finden vielleicht eine Goldader oder Ölquelle.“ Geretsrieds CSU-Ortsvorsitzender Ewald Kailberth sprach von „einem großen Schritt für die Zukunft beider Städte“. Wolfratshausens Vize-Bürgermeister und Stammtischgast Fritz Schnaller (SPD) lobte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Nun müssten sich alle Stadtratsfraktionen eng austauschen. Schnaller: „Das ist ein Neubeginn, den sollten wir gemeinsam meistern.“ Sebastian Dorn

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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