S-Bahn fährt in Mure: 59 Reisende evakuiert

Icking/Wolfratshausen - Ein Zug der Linie S7 ist am Montagmittag zwischen Wolfratshausen und Icking in eine etwa 15 mal 15 Meter große Mure aus Geröll und Schlamm gefahren, die kurz zuvor abgegangen war.

Eine Mure hat die S7 am Montag auf ihrem Weg von Wolfratshausen nach Icking aus der Bahn geworfen. Gegen 11.30 Uhr bog Lokführer Thomas Neher mit seinem Triebwagen in eine Rechtskurve bei Schlederloh. „Plötzlich sah ich eine grüne Wand vor mir“, berichtet er. Neher legte eine Vollbremsung hin und warnte gedankenschnell die 59 Passagiere in der S-Bahn per Lautsprecherdurchsage. Verhindern konnte er den Zusammenprall nicht.

Laut Mitteilung der Deutschen Bahn kollidierte der Zug mit einer „15 mal 15 Meter großen Mure aus Geröll und Schlamm“, die kurz zuvor abgegangen war. Das Drehgestell des ersten Triebwagens sprang aus dem Gleis, die übrigen Abteile kamen auf der Trasse zum Stehen. Keine zehn Minuten später erreichten die ersten Rettungskräfte den Unglücksort. Die Zeit drängte: „Wir befürchteten weitere Murenabgänge und wollten den Zug so schnell wie möglich evakuieren“, so Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak.

Die 67 eingesetzten Feuerwehrmänner aus Icking, Dorfen, Wolfratshausen und Egling sowie 79 Sanitäter des BRK öffneten die Zugtüren und halfen den Passagieren mit Leitern aus den Waggons. Anschließend wurden die Fahrgäste entlang der Trasse 100 Meter auf sicheres Terrain geführt. „Das war so die denkbar ungünstigste Stelle, an der so etwas passieren kann“, sagte Christian Winkelmeier, der Einsatzleiter des Roten Kreuzes, mit Blick auf die Unzugänglichkeit des Geländes. Doch alle Reisenden blieben unverletzt.

Die Bahn rechnet damit, dass die Aufräum- und Reparaturarbeiten mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Züge der S 7 enden und starten so lange in Icking, zwischen der Isartal-Gemeinde und Wolfratshausen verkehren laut Bahn ersatzweise Busse.

(cce)

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