S-Bahn-Verlängerung

Landtagsabgeordneter Brunn beklagt Stillstand

Wolfratshausen/Geretsried/München - Die Verlängerung der S-Bahn-Trasse in die größte Stadt im Landkreis kommt nicht voran: Das kritisiert ein Landtagsabgeordneter aus München.

Die Verlängerung der S-Bahn-Trasse in die größte Stadt im Landkreis kommt nicht voran: Das kritisiert ein Landtagsabgeordneter aus München. „Bei der Verlängerung der S 7 nach Geretsried herrscht offensichtlich schon wieder Stillstand“, bemängelt Florian von Brunn (SPD). Ganz Unrecht hat der Abgeordnete nicht, wie eine Nachfrage der Heimatzeitung bei der Regierung von Oberbayern ergeben hat.

Florian von Brunn: Der Landtagsabgeordnete macht sich für die Verlängerung der S-Bahn stark.

Doch warum interessiert sich ein Politiker, dessen Stimmkreis einige Münchner Stadtbezirke sowie Teile der Stadtbezirke Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried und Solln umfasst, für die Verlängerung der S-Bahn in einem benachbarten Landkreis? „Ich habe lange in Icking gewohnt“, sagt der Münchner, der seit Oktober vergangenen Jahres für die SPD im Landtag sitzt. „Und ich bin Betreuungsabgeordneter für den Stimmkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/ Garmisch-Partenkirchen.“

Wie berichtet hatte Innenminister Joachim Herrmann nach einem Runden Tisch im Januar angekündigt, dass bis zur Jahresmitte mit Ergebnissen gerechnet werden kann. Brunn: „Aber passiert ist wieder nichts. Ein Ergebnis liegt jetzt, Ende August, immer noch nicht vor.“ Dabei ist die S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried Teil des 2012 von der Staatsregierung beschlossenen 13-Punkte-Sofortprogramms zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. „Da ist der Minister zu wenig hinterher“, kritisiert der Abgeordnete.

Beim Runden Tisch im Innenministerium hatten die 21 Teilnehmer – darunter die Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber und Florian Streibl, Vetreter von Bahn und Oberster Baubehörde, Landrat Josef Niedermaier, die ehemalige Geretsrieder Bürgermeisterin Cornelia Irmer und der ehemalige Wolfratshauser Bürgermeister Helmut Forster – auch einen alternativen Vorschlag zur Tieferlegung der Gleise im Bereich der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen vorliegen. Eingereicht hatte ihn der Wolfratshauser Hans Gärtner. Nach der Besprechung verkündete der Innenminister: „Eine Tieferlegung der Bahngleise unter der Sauerlacher Straße bis zur Königsdorfer Straße scheint zielführend.“ Weil das sehr teuer sei, müssten sich im Fall der Fälle die Städte finanziell beteiligen. Dazu haben sich die Kommunen laut Herrmann prinzipiell bereit erklärt. Auch der Landkreis und der Freitstaat wollen sich an den Kosten beteiligen. Da die Bahn eine eingleisige Tieferlegung bisher nicht ins Kalkül gezogen hatte, „wurden die Planer mit entsprechenden Untersuchungen einschließlich einer Kostenschätzung beauftragt“, teilte der Innenminister im Januar mit.

Seitdem ist über ein halbes Jahr vergangen. Warum gibt es immer noch keine Ergebnisse? Eine Antwort auf diese Frage gibt die Bezirksregierung: „Der Vorhabenträger DB AG hat erst in den letzten Tagen seine Stellungnahmen zu den Einwendungen an die Regierung von Oberbayern als Anhörungsbehörde im Planfeststellungsverfahren übersandt“, teilt eine Sprecherin auf Nachfrage mit. Die Prüfung dieser Stellungnahmen werde aufgrund der Vielzahl der Einwendungen einige Zeit in Anspruch nehmen. „Aktuell gehen wir daher davon aus, dass die Erörterungstermine Anfang 2015 stattfinden können.“ (nej)

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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