S-Bahn-Verlängerung: Stadt distanziert sich von der Lokalen Agenda

Geretsried - Mitglieder der Lokalen Agenda 21 haben Anfang Juli die komplette S-Bahn-Planung in Frage gestellt. Die Stadt Geretsried distanziert sich nun von diesen Aussagen .

Im Geretsrieder Stadtrat nannte man sie am Dienstag nur „die drei Herren“. Wolfgang Beigel, Rolf Asche und Horst Haslach hatten in einem Pressegespräch Anfang Juli die komplette S-Bahn-Planung in Frage gestellt. Das Pikante daran: Sie taten dies im Namen des Arbeitskreises (AK) Verkehr der Lokalen Agenda 21, in der Geretsried zahlendes Mitglied ist. Der Stadtrat verabschiedete deshalb am Dienstag einstimmig ein Positionspapier, in dem er sich „ausdrücklich von den Äußerungen des AK Verkehr distanziert“.

Die drei Herren, „die für sich in Anspruch nehmen, für die Agenda zu sprechen“, so Bürgermeisterin Cornelia Irmer, hatten zum wiederholten Mal die Notwendigkeit von drei Bahnhöfen angezweifelt. Ihrer Ansicht nach könnte der Haltepunkt in Gelting entfallen, weil dort am Tag höchstens 20 Fahrgäste ein- und aussteigen - „eine leichtfertige Behauptung“, wie Irmer findet. Bei ihren Firmenbesuchen im Geltinger Gewerbegebiet höre sie genau das Gegenteil.

„Aus Sicht des Stadtrats“, so heißt es in dem Positionspapier, „ist es völlig unverständlich, warum der AK Verkehr - auch wenn er immer wieder betont, grundsätzlich hinter der S-Bahn-Verlängerung zu stehen - zum jetzigen Zeitpunkt durch seine Einlassungen tatsächlich die gesamte Planung in Frage stellt“. Dass ausgerechnet die Agenda, deren oberstes Ziel die Nachhaltigkeit ist, derartige Posititionen vertrete, könne nicht akzeptiert werden. Die Stadt wartet nun auf eine Stellungnahme des Koordinationskreises der Agenda.

(sas)

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