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Geplante S-Bahn-Verlängerung verschiebt sich

Bürgermeister Müller zur S 7: Zeit für die Hausaufgaben

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Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) hat ein Bekenntnis zur geplanten S 7-Verlängerung von Wolfratshausen nach Geretsried abgelegt. Herrmann kündigte im selben Atemzug allerdings auch an: Der Baubeginn wird sich um rund zweieinhalb Jahre verschieben.

Geretsried –  Der Grund: Die aufwändigen Planungen für das rund 900 Meter lange, zweigleisige Trog-/Tunnelbauwerk an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen. Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller ging bislang von der Jungfernfahrt im Jahr 2024 aus. Die Prognose des Verkehrsministers, dass aus dem Termin nichts wird, ist für Müller nach eigenen Worten „keine Überraschung“. Er habe – mit Blick auf die Tieferlegung der Gleise in der Nachbarstadt – „mit einer Verzögerung gerechnet“, sagt Müller im Gespräch mit unserer Zeitung. Darauf habe er auch stets in Bürgersprechstunden und bei anderen Anlässen offen und ehrlich hingewiesen.

Müller froh über Konsenslösung

Michael Müller: Bürgermeister der Stadt Geretsried.

Er sei froh, dass es in puncto S 7 nach langwierigen Verhandlungen zu einer Konsenslösung zwischen allen Beteiligten – Bund, Freistaat, Bahn, Landkreis sowie die Kommunen Geretsried und Wolfratshausen – gekommen sei. „Zweieinhalb Jahre tun uns unter Strich nicht weh“, urteilt der Rathauschef. Kein Schaden ohne Nutzen: „Das gibt uns die Gelegenheit, uns optimal auf den Tag X vorzubereiten.“ Wie berichtet muss die Stadt Geretsried im Zusammenhang mit dem Gleisbau zahlreiche, Millionen Euro teure flankierende Infrastrukturmaßnahmen stemmen.

Zunächst Sorge: Wird Geretsried ausgeklammert? 

Was Müller dagegen beunruhigt hatte, war die Ankündigung des Verkehrsministers, „eine neue und klare Strukturierung des Bahnausbaus in der Region München herbeizuführen“. Herrmann hatte am vergangenen Freitag in einer Sitzung des Bayerischen Landtags angedeutet, dass die Realisierung der zweiten S-Bahn-Strecke Auswirkungen auf Verkehrsprojekte in der Region haben könnte. Der Minister sprach davon, dass einige Vorhaben „ausgeklammert“ würden – ohne die S 7-Planung explizit zu nennen. Geretsrieds Bürgermeister hatte den entsprechenden Zeitungsbericht zunächst so übersetzt: „Unser Projekt wird auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben.“

Herrmann versprach: Verlängerung bleibt fester Bestandteil des Bahnausbaus

Mit Hilfe des CSU-Stimmkreisabgeordneten Martin Bachhuber drängte Müller bei Staatsminister Herrmann auf ein klärendes Wort. Der ließ sich offenbar nicht lange bitten und versprach Bachhuber am Montagmorgen in einem persönlichen Telefongespräch: „Die Verlängerung der S 7 von Wolfratshausen nach Geretsried ist und bleibt fester Bestandteil des Bahnausbaus in der Region München.“

Städte müssen Finanzierungsanteil bis 2022 bereitstellen können

Martin Bachhuber Der CSU-Stimmkreisabgeordnete bat seinen Parteifreund, Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann, um ein klärendes Wort.

Diese unmissverständliche Aussage „ist für mich das Wichtigste“, sagt Bachhuber. Er hat wie Rathauschef Müller aufgrund des Tunnel-/Trogbaus in der Flößerstadt damit gerechnet, dass sich das Jahrhundertprojekt „ein bisschen“ verzögern wird. So bleibe Zeit, die Hausaufgaben zu machen: 2022, das betont der CSU-Stimmkreisabgeordnete, müssen Freistaat, Landkreis und die Städte Geretsried und Wolfratshausen ihren jeweiligen Finanzierungsanteil bereitstellen können. Das Gesamtprojekt wird (Planungsstand 2009) rund 165 Millionen Euro kosten.

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