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Einen musikalischen Adventszauber bescherte der Geretsrieder Isura-Madrigal-Chor den zahlreichen Zuhörern in der Kirche St. Josef in Waldram.

„A Ceremony of Carols“

Sanfte Melancholie, dynamische Heiterkeit

Waldram – Während der ursprüngliche Weihnachtsgedanke durch blinkende Rentiere und Lichterketten mancherorts etwas aus dem Fokus rückt, wünschen sich mehr Menschen die Besinnlichkeit zurück.

Einen dieser Momente schenkte der Geretsrieder Isura-Madrigal-Chor mit seinem Weihnachtskonzert am Sonntagabend in der Kirche St. Josef der Arbeiter in Waldram. Heuer ging es mit „Christmas Carols“, traditionellen Weihnachtsliedern, die in Kirchen und auf Straßen gesungen wurden, nach England. Und wie es schien, hatten viele Besucher das Bedürfnis, sich ein wenig auf diese Tradition zu besinnen. Die Waldramer Kirche war an diesem Abend mehr als gut besucht.

Die aus England stammenden „Christmas Carols“ sind in unseren Breiten ein eher seltener Hörgenuss. Umso mehr verzauberte das Vokalkonzert des Isura-Madrigal-Chors unter der Leitung von Johannes Buxbaum die Zuhörer. Es sind spirituelle Lieder, die in sich alle Gefühlsschichten vereinen, von sanfter Melancholie bis zur dynamischen Heiterkeit, Lieder die sich inhaltlich um die Geburt eines Kindes drehen. Im Mittelpunkt des Konzerts stand das Werk „A Ceremony of Carols“ des Komponisten Benjamin Britten (1913-1976). Der Zyklus für Chor, Soli und Harfe erklang in der Fassung für vierstimmigen gemischten Chor und wurde von hervorragenden Profi-Solisten begleitet: Christoph Bielefeld an der Harfe, Stefan Metz an der Orgel, die Sopranistinnen Magdalena Bielefeld und Anna-Theresa Buxbaum sowie Bariton-Solist Johannes Janson. Das Chorwerk besteht aus elf Sätzen und beginnt und endet mit düsterem gregorianischem Gesang. Dazwischen beschreiben die Stücke den Heiligen Abend mit der Geburt Christi so gefühlvoll, wie das Leben selbst. Im Wechsel von kanonartigen Gesängen ergänzten Orgel und Harfe die Stimmung zu einem fließenden Gesamtwerk. Teils klangen die Stimmen des gemischten Chors, als würden sie zupfende Saiten erklingen lassen, um dann wieder in eine klangmalerische Grundstimmung zu führen: teils sanft und leise, teils aufbrausend, lautstark und wachrüttelnd.

Insgesamt war dieses zentrale Werk des Kirchenkonzerts so facettenreich in seinen Klangbildern, dass das Publikum nicht recht wusste, ob es zwischendurch stürmisch losklatschen oder sich bis zum Ende gedulden sollte, um den Gesamtausdruck nicht zu stören. Dessen ungeachtet gelang dem Chor wie auch den Solisten unter dem Dirigat von Johannes Buxbaum, dass die Zuhörer in einen musikalischen Adventszauber mit viel tiefgründiger Andacht eintauchen konnten.  Andrea Weber

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