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Sauerstoff-Laster kippt um - A95 gesperrt

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Wolfratshausen - Ein mit 14 Tonnen flüssigem Sauerstoff beladener Lastwagen ist auf der Garmischer Autobahn umgekippt. Der Unfall löste auch auf den umliegenden Straßen ein Verkehrschaos aus. Die Bergung dauerte bis in die Nacht.

Der weiße Lastzug liegt wie ein gestrandeter Wal auf dem Asphalt. Die Windschutzscheibe ist gesprungen, an der Plastik-Stoßstange hängt ein Büschel Gras vom Randstreifen. Diesel läuft aus. Vorsichtig nähern sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr dem Wrack. Sie tragen Atemmasken und ziehen Schläuche hinter sich her. Der auslaufende Treibstoff könnte sich entzünden. Dann würde er lichterloh brennen, der bis zum Rand mit flüssigem Sauerstoff vollgepumpte Lastwagen.

Die Polizei zieht sofort einen Sperrradius von 150 Metern rund um die Unfallstelle. Beide Fahrspuren der A 95 (München-Garmisch) sind dicht. Aus Sicherheitsgründen. „Zuerst kümmern wir uns um den Brandschutz“, erklärt Kreisbrandrat Markus Reichart. Gleich danach messen die Männer die Sauerstoffkonzentration in der Luft rund um den Container. Kein Leck. Der Tank ist dicht. Gott sei Dank.

Der Unfall ereignet sich am Montag gegen 12 Uhr auf der A 95 zwischen den Anschlussstellen Schäftlarn und Wolfratshausen. Der Laster aus Augsburg war in Richtung Garmisch unterwegs. Am Straßenrand stand ein Verkehrssicherungsanhänger der Autobahnmeisterei. Der 61-jähriger Lkw-Fahrer sah das zu spät. „Er hat ihn touchiert und ist dann ins Schlingern geraten“, berichtet Polizist Konrad Rutzinger. Vermutlich sei der Fahrer erschrocken und habe das Lenkrad verrissen. Dann kippte der Sattelzug und landete krachend auf dem Asphalt.

Der Fahrer aus Augsburg kommt laut Polizeisprecher Franz Sommerauer mit „leichteren Verletzungen“ ins Krankenhaus. Auch der Fahrer der Autobahnmeisterei, ein ebenfalls 61-jähriger Mann aus Starnberg, wird leicht verletzt eingeliefert. Für Feuerwehr und Polizei beginnt jetzt ein langer, langer Einsatz.

„Totales Chaos“, berichtet Michael S. per Handy. Er ist nur rund 100 Meter von der Unfallstelle entfernt. „Überall Stillstand. Manche Leute haben ihren Hund auf der Autobahn Gassi geführt, weil einfach nichts mehr ging.“ Der Verkehr staut sich kilometerweit in alle Richtungen. Irgendwann beginnt die Polizei, die Festsitzenden umzuleiten. Michael S. wendet, fährt zurück zur Anschlussstelle Schäftlarn. „Das erste Mal in meinem Leben, dass ich falschrum die Autobahn entlang fahre.“ Doch auch sämtliche Nebenstraßen und die B 11 sind hoffnungslos überfüllt.

Während die Polizei versucht, in dem Chaos Ordnung zu schaffen, kümmert sich die Feuerwehr um den Laster. Am Abend gelingt es den Lkw mit samt seiner Ladung aufzurichten und abzuschleppen. Ein Überprüfung hatte ergeben, dass der Tank intakt war. Damit blieb den Helfern ein stundenlanges Abpumpen erspart. Die A 95 wird daher vermutlich gegen 21 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben, so die Polizei.

Im Einsatz waren rund 90 Mann der Feuerwehren der Landkreise München, Starnberg und Wolfratshausen. Zusätzlich rund 30 Polizisten und 40 Helfer der Rettungsdienste.

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