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Scharfe Munition im Keller

Geretsried/Wolfratshausen - Das Amtsgericht hat ein ehemaliges Mitglied der rechtsextremen Jagdstaffel zu 7000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Weil in seinem Haus mehr als 200 Patronen unterschiedlicher Kaliber gefunden wurde, musste sich ein Geretsrieder (29) wegen unerlaubten Besitzes von Munition vor Gericht verantworten. Besondere Brisanz erhielt die Verhandlung durch die Tatsache, dass es sich bei dem Angeklagten um ein ehemaliges, führendes Mitglied der inzwischen aufgelösten rechtsextremen „Jagdstaffel D.S.T.“ handelt. Sie war im Mai 2012 Ziel einer großen Waffen-Razzia.

„Dass ich eine Affinität zu Waffen habe, ist ja bekannt“, machte der Beschuldigte aus seiner Leidenschaft keinen Hehl. Im Jahr 2011 wurde gegen den gelernten Schlosser vom Landratsamt ein Waffenverbot erlassen. Aber, so erklärte der Angeklagte weiter: „Die scharfe Munition ist nicht von mir.“ Er beschränke seine Sammelleidenschaft auf Deko-Waffen, die man straffrei im Internet bestellen könne. Die Transportbox, die am 8. Februar vergangenen Jahres gefunden wurde, gehöre seinem Vater, sagte der 29-Jährige vor Gericht aus.

Bereits acht Monate zuvor, am 3. Mai 2012, war das Haus in Geretsried auf den Kopf gestellt worden (wir berichteten). Damals wurden in München und anderen Orten in Oberbayern zeitgleich die Wohnungen von 16 Personen durchsucht, die im Verdacht standen, der Neonazi-Kameradschaft anzugehören. Dabei waren im Haus des Angeklagten „Unmengen von Waffen“ gefunden worden, wie ein Polizeibeamter erklärte.

Neben zahlreichen Deko-Waffen wurden rund 50 Waffen sichergestellt, die tatsächlich aus der Sammlung des Vaters stammten. Der begeisterte Sportschütze (kein Mitglied bei den Geretsrieder Sportschützen) besaß jedoch für alle Waffen einen Waffenschein und bewahrte sie ordnungsgemäß in einem abgesperrten Tresorraum auf. „Ich war nach der ersten Durchsuchung vollkommen fertig und bin es noch“, erklärte der 61-jährige Mann vor Gericht. Er hat nach der Aktion alle Waffen samt Besitzkarten abgegeben.

Die Munition, die später gefunden wurde, gehöre ihm, bestätigte der Vater die Aussage seines Sohnes. Allerdings könne er sich nicht erklären, wie die Kiste in den Keller gekommen sei. Er selbst habe seit der ersten Hausdurchsuchung den Waffenkeller nicht mehr betreten. Vier Polizeibeamte, die bei der ersten Aktion dabei waren, beteuerten: „Wir haben definitiv alles mitgenommen. Solche Kisten hätten wir nicht übersehen.“

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft beantragte für den mehrfach vorbestraften und nach einer Verurteilung wegen Körperverletzung aus dem Jahr 2010 noch unter offener Bewährung stehenden Angeklagten eine Haftstrafe von einem Jahr, die noch einmal zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Der Verteidiger wähnte seinen Mandanten zu Unrecht vor dem Richter. „Es gibt nichts Objektives, an dem ich festmachen kann, dass die Kiste ihm gehört. Eigentlich müsste es einen Freispruch erster Klasse geben“, argumentierte der Rechtsanwalt.

Richter Helmut Berger verurteilte den Geretsrieder zu einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu je 26 Euro (also insgesamt 7020 Euro). „Wenn der Vater die Kiste nicht in den Keller gestellt hat, kommt nur der Sohn in Frage – das reicht aus“, begründete der Amtsrichter sein Urteil. (rs)

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