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Die Semmeltaste: Einmal drücken - und man darf 30 Minuten kostenlos parken. Das gilt aber nur für bestimmte Plätze. Ansonsten ist das System, nach dem die Parkgebühren erhoben werden, laut Werbekreis-Chefin Ingrid Schnaller ziemlich durcheinander.

Scheibe, Schein oder Semmeltaste

Werbekreis-Chefin beklagt Parkgebühren-Chaos

Parkplätze sind ein viel diskutiertes Thema in Wolfratshausen. Womit sich in den vergangenen Monaten kaum jemand beschäftigt hat, sind die Parkgebühren. 

Wolfratshausen – Das System, nach dem diese erhoben werden, findet Werbekreischefin Ingrid Schnaller ziemlich durcheinander. „Es wäre sinnvoll, eine einheitliche Regelung für die Altstadt zu finden“, forderte sie auf der jüngsten Versammlung der SPD.

Wer sich nicht auskennt, könnte Probleme bekommen bei den verschiedenen Systemen, die es in der Loisachstadt gibt. „An manchen Stellen gibt es Automaten, nur wenige Meter weiter brauche ich eine Parkscheibe“, sagte Schnaller. Und selbst hier gebe es unterschiedliche Regelungen: „An manchen Automaten gibt es eine Semmeltaste (d. Red.: hier kann 30 Minuten lang umsonst geparkt werden), an anderen nicht. Manchmal kann ich mit der Parkscheibe eine, manchmal drei Stunden stehen.“ Was bleibe, sei Verwirrung beim Kunden.

Grundsätzlich gibt‘s die Semmeltaste

Das bestätigte auf Nachfrage Rathausmitarbeiter Peter Steinberger: „Es stimmt, dass es da unterschiedliche Regelungen gibt.“ Grundsätzlich seien die Automaten in der Innenstadt mit einer Semmeltaste ausgestattet. Das betreffe Stellflächen an Ober- und Untermarkt, an der Johannisgasse und am Loisachufer hinter dem Rathaus. „Das hat den Sinn, dass die Kunden dann kleine Einkäufe vornehmen können. Zum Beispiel, wenn sie sich schnell ein Mittagessen holen möchten“, erläuterte Steinberger. Für diese kurzen Ausflüge in die Innenstadt werde keine Parkgebühr fällig. An den beiden großen Parkplätzen am Hatzplatz und an der Loisachhalle gibt es diese Möglichkeit nicht. „Wer weiter außerhalb von der Einkaufsstraße parkt, dem nützen die 30 Minuten ja nichts.“

Steinberger: „Man muss sich halt kurz informieren, wenn man geparkt hat“

So weit, so logisch. Eines macht Ingrid Schnaller dennoch stutzig: Der Parkplatz hinter dem Rathaus ist mit einer Semmeltaste ausgerüstet. Der hinter dem Heimatmuseum, der direkt daneben liegt, hat diese Freipark-Möglichkeit nicht. Warum? Darauf hat Steinberger auch keine Antwort. Er sei als Rathausmitarbeiter nicht der Entscheidungsträger. „Das liegt in der Hand des Stadtrats.“ Einen Kritikpunkt der Werbekreischefin versteht Steinberger nicht: „Die jeweilige Regelung ist am Parkplatz angeschrieben. Man muss sich halt kurz informieren, wenn man geparkt hat.“

Unabhängiges Grundproblem laut Fleischer: Parkplätze in Zentrumsnähe

Der Stadtrat hatte sich 2012 für die Einführung der Semmeltaste entschieden. Dr. Manfred Fleischer hatte – seinerzeit noch als Fraktionssprecher der CSU – den Antrag gestellt. „Es ging uns darum, die Möglichkeit zu bieten, schnell einen Parkplatz in Zentrumsnähe zu finden“, erläutert der CSU-Stadtrat. Durch die Semmeltaste gebe es eine höhere Fluktuation in der Innenstadt. Heißt im Klartext: Besetzte Plätze werden schneller wieder frei. Ein grundsätzliches Problem müsse die Kommune aber unabhängig von der Semmeltaste laut Dr. Manfred Fleischer immer noch lösen: „Wir brauchen mehr Parkplätze in Zentrumsnähe.“

Von Dominik Stallein

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