CSU schenkt Brauerei kräftig ein

- Schumacher-Vorwurf "Unsinn"

VON ELKE SUMMER Wolfratshausen - Unkenntnis ist entschuldbar, Polemik nicht. Armin Drexl und Albert Brunnhuber haben gestern die Äußerungen zurückgewiesen, mit denen der Geschäftsführer des Hofbräuhauses Traunstein, Josef Schumacher, das CSU-Flugblatt zur Loisachhalle kommentiert hatte (wir berichteten). Die beiden CSU-Vorstandsmitglieder verwahren sich gegen den Vorwurf, die CSU und namentlich Fraktionschef Dr. Manfred Fleischer starteten "einen persönlichen Rachefeldzug" gegen die Brauerei. Den Christsozialen gehe es vielmehr darum, Aufklärungsarbeit zu offenen Fragen zu leisten.

"Bei den Verträgen mit dem Hofbräuhaus Traunstein mit einer Bindung von 66 Jahren handelt es sich wohl um die wichtigste, finanzielle und wirtschaftliche Entscheidung, die diese Stadt und damit jedes Mitglied des Stadtrates getroffen hat", meinte Brunnhuber.

"Hart rechnende" CSU-Fraktionsmitglieder

In der CSU-Fraktion gebe es "einige hart rechnende Mitglieder", die die rechtlichen und finanziellen Vorteile des jetzigen Konzeptes einseitig zu Gunsten der Brauerei sehen würden. "Ich sehe dem Geschäftsführer Schumacher seine Unkenntnis der Gemeindeordnung nach, nicht aber seine polemischen, unqualifizierten Äußerungen gegen Manfred Fleischer", sagte Brunnhuber am gestrigen Sonntag unserer Zeitung. Schumacher solle wissen, "dass Entscheidungen dieser Größenordnung nicht der Bürgermeister und irgendeine Projektgruppe treffen, sondern der Stadtrat in seiner Gesamtheit". Als langjähriger Fraktionssprecher mit politischer Erfahrung erklärt sich Brunnhuber "Schumachers Überreaktion" so: "Er spürt, dass seine Felle noch nicht im Trockenen sind und plötzlich nachgefragt wird."

Deshalb will sich die CSU am Donnerstag, 4. März, in ihrer Ortsversammlung (20 Uhr, Gasthaus zur Post in Waldram) erkundigen, wo die Informationen für die Bürger blieben. Außerdem will Brunnhuber wissen, "wie hoch der Erbbauzins ist", an dem sich laut Brauerei nicht mehr rütteln ließe, und wie sich dieser Zins berechnet. In diesem Zusammenhang machte der ehemalige CSU-Stadtrat die Rechnung auf: "Mit 4,2 Millionen Euro hätten wir die Loisachhalle auch allein verwirklicht und wären unserer eigener Herr gewesen."

Der CSU-Ortsvorsitzende Armin Drexl will von der Brauerei erklärt haben, "ob das Hofbräuhaus oder eine GmbH den Betrieb übernimmt" und ob es richtig sei, "dass die Brauerei nicht bereit ist, den üblichen Pachtzins zu bezahlen". Beide, Brunnhuber und Drexl, wiesen gestern unabhängig voneinander den "Kampagnen"-Vorwurf von Geschäftsführer Schumacher zurück. Drexl: "Dies ist blanker Unsinn und zeugt von mangelndem Demokratieverständnis."

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