Ring frei zu Runde zwei: Sybille Krafft (li.), Vorsitzende des Historischen Vereins, und Bürgermeister Helmut Forster (re.) im Rededuell. Unter anderem schauen zu: Der Vorsitzende der Waldramer Siedler-Gemeinschaft, Wolfgang Saal (2. v. li.), Eva Greif-Scholz (3. v. li.), Leiterin des Arbeitsgruppe Föhrenwald-Waldram, und der Kulturreferent des Stadtrates, Ludwig Gollwitzer (2. v. re.). Foto: hans lippert

Schlagabtausch am Badehaus

Waldram - Geplant war eine Ortsbegehung. Heraus kam ein Schlagabtausch. Zumindest ein kleiner:

Die Szene erinnerte an einen Boxring. In der roten Ecke: Sybille Krafft, Vorsitzende des Historischen Vereins, der mit Siedlern und der DJK für Stadtarchiv und Dokumentationszentrum am Kolpingplatz kämpft. In der blauen Ecke: Helmut Forster, Bürgermeister von Wolfratshausen, der mit einem gültigen Beschluss im Rücken das Archiv am Loisachufer erweitern will. In der ersten Reihe mittendrin statt nur dabei: die Zuschauer. Stadträte aller Fraktionen, weitere Vereinsvertreter, die interessierte Öffentlichkeit.

Minutenlang ging es zwischen Rot und Blau - teils heftig - hin und her. Was der Information dienen sollte, geriet zu einer minutenlangen Grundsatzdebatte. Die dauerte so lange, bis Dritte (Peter Plößl, CSU: „Lasst uns doch mal ins Haus gehen“; Siedler-Chef Wolfgang Saal: „Wir wollen nur eine Basis für eine vernünftige Entscheidung“) das symbolische Handtuch warfen, die verbale Auseinandersetzung beendeten und die Streithähne zu versöhnlichen Aussagen zwangen (Krafft: „Wir wollen nur das Beste für diese Stadt“; Forster: „Darin sind wir uns einig“).

Zurück im alten Badehaus gab’s dann sogar Erkenntnisse. Die etwa, dass der Historische Verein sich im Keller das Archiv-Magazin, im Erdgeschoss ein Café als Begegnungsstätte, Ausstellungsräume, einen Lesesaal sowie einen Raum für Archiv-Bedienstete vorstellen könnte. Die Dokumentationsstätte über die bewegte Geschichte Waldrams könnte in vier Räumen im Dachgeschoss entstehen. Dass dafür im ganzen Gebäude Wände raus müssten und aufwändig saniert werden sollte? „Wir wissen, dass gearbeitet werden muss“, sagte Saal. „Aber es ist keine Bruchbude, mit der man nichts mehr anfangen kann.“ „Der Stadtrat möge prüfen, ob das, was wir uns vorstellen, möglich wäre“, ergänzte Krafft. „Von vornherein zu sagen, dass das ein Millionengrab ist, wäre nicht seriös.“

Heute Abend entscheidet der Stadtrat (18 Uhr, Rathaus), ob es bei dem ursprünglich gefassten Beschluss bleibt, das Archiv am Loisachufer zu erweitern oder ob Alternativen geprüft werden. Der eine oder andere Politiker ließ am Sonntag eine Tendenz zum Durchrechnen erkennen.

(fla)

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