Bei Brotzeit, Kaffee und Kuchen können Asylbewerber wie diese drei Damen aus Syrien und Bürger dienstags in der Wärmestube ins Gespräch kommen. Foto: red

Schleppende Wohnungssuche

Wolfratshausen - Insgesamt verläuft die Betreuung der Asylbewerber zufriedenstellend. Schwiergkeiten gibt es bei der Wohnugnssuche. Ende Juli feiern sie ein interkulturelles Sommerfest.

Einige leben bereits seit zwei Jahren in Wolfratshausen. Insgesamt sind es 81 Menschen aus neun Nationen, darunter 36 Kinder, die in zehn verschiedenen Unterkünften in der Flößerstadt untergebracht sind. Im Großen und Ganzen laufe es ganz gut mit der Betreuung der Asylbewerber, sagte Caritas-Mitarbeiterin Ines Lobenstein vor kurzem gegenüber unserer Zeitung. Dem Helferkreis gehören etwa 30 Personen an, die Deutsch-Unterricht geben, bei Arzt- und Ämterbesuchen und beim Ausfüllen von Anträgen helfen.

Auch das Bürger-Café, das jeden Dienstag ab 10 Uhr in der Wärmestube am Obermarkt stattfindet, komme gut an. „Mal kochen die Nigerianerinnen, mal die Syrerinnen, es ist immer viel los“, sagt Lobenstein. „Manchmal ist es so voll, dass wir aus allen Nähten platzen.“ Neben dem Bürgercafé würden auch die Internetseite (www.asylinwor.wordpress.com) sowie der Facebookauftritt zum Austausch mit den Bürgern beitragen.

Eher schleppend laufe es dagegen mit der Wohnungssuche. „Das ist fast aussichtslos“, so Lobenstein. Ähnlich schwierig verhält es sich mit der Anerkennung der Asylanträge. „Fast alle sind noch da“, sagt Lobenstein. Gerade mal zehn seien positiv beschieden worden.

Auch abseits des Alltags stellen die Helfer einiges auf die Beine. Zusammen mit dem Jugendhaus LaVida haben sie einen Ausflug auf einen Dietramszeller Bauernhof organisiert, wo vor allem die Kinder einen Nachmittag mit Tieren verbringen konnten. Vor kurzem erst haben Helfer und Asylbewerber in der Loisachhalle das Stück „Der Junge mit dem Koffer“ besucht. Die Karten hatte man kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen.

Die Helfer treffen sich einmal im Monat im Sitzungssaal des Rathauses zur Planung und zum Austausch. Auch auf ein therapeutisches Angebot können die Freiwilligen inzwischen zurückgreifen. „Die ersten Asylbewerber fangen jetzt an zu reden“, sagt Lobenstein. „Das ist teilweise so heftig, dass auch unsere Helfer das verarbeiten müssen.“

Nächster Höhepunkt ist das interkulturelle Sommerfest am Donnerstag, 31. Juli, das mit der Stadtbibliothek und der evangelischen Kirchengemeinde St. Michael im Garten der Bücherei organisiert wird. Die Asylbewerber werden ein internationales Buffet vorbereiten. „Jede Nationalität soll eine Spezialität beisteuern“, sagt Lobenstein. Außerdem stellen sie ein buntes Kulturprogramm auf die Beine.

Federführend in der Organisation sind Viola aus Botswana und eine Helferin. „Ich finde das ein gutes Zeichen, dass eine der ausländischen Gäste das in die Hand nimmt“, lobt Lobenstein. Viola spreche sehr gut Deutsch, von daher sei die Planung bei ihr in guten Händen. Eingeladen sind von 13 Uhr bis in den Abend hinein alle, die andere Kulturen kennen lernen und sich mit den Menschen austauschen wollen. Ausweichtermin bei schlechtem Wetter ist der folgende Donnerstag, 7. August. (von Frederik Lang)

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