Zum Schluss ein Stück Heldenepos

- Wolfratshausen – „Wenn der Wiggerl über den Mani lästert, ist der Peter eingeschnappt. Der Peter mag den Mani und eigentlich auch den Wiggerl, aber weil der Wiggerl den Mani verspottet hat, mag der Peter jetzt nicht mehr mit dem Wiggerl spielen.“ Was sich wie die krude Inhaltsangabe eines Rührstücks über falsch verstandene Männerfreundschaft liest, ist auf der öffentlichen Bühne in Wolf-ratshausen Realität geworden. Seit Wiggerl Gollwitzer als Privatperson einen Leserbrief gegen Dr. Manfred Fleischer (CSU) geschrieben hat, will Peter Plößl nicht mehr bei der Loisachtaler Bauernbühne mitspielen (wir berichteten). Eine Entscheidung, die viele für überzogen halten.

von Elke Summer <P>&#8222;Schade&#8220; findet der Vize-Vorstand der Bauernbühne, Franz Foitzik, den Rückzug Plößls. &#8222;Schade&#8220;, aber eben auch &#8222;überzogen&#8220;. Generell plädiert Foitzik für die strikte Trennung von &#8222;Privatem, Politischem und Geschäftlichem&#8220;. Bauernbühnen-Chef Wiggerl Gollwitzer erfuhr von Plößls Kündigungsschreiben aus unserer Zeitung und reagierte umgehend über neue Kommunikationswege: &#8222;Wäre ein persönliches Gespräch nicht besser gewesen?&#8220;, fragte Gollwitzer per Handy-Kurzmitteilung. Bis Mittag lag keine Antwort Plößls vor. <P>Gollwitzer wertet den Austritt des langjährigen Mitglieds &#8222;als herben Schlag&#8220; &#8211; andererseits sei &#8222;jeder ersetzbar&#8220;. Seines Wissens nach habe Plößl in seiner Bauernbühnen-Karriere nur eine Sprechrolle übernommen &#8211; als Großgrundbesitzer von Schmetterer in der Komödie &#8222;Der verheirat&#8217;te Jungg&#8217;sell&#8220;. <P>Christine Noisser, selbst Laiendarstellerin, findet den Abgang des Peter A. Plößl von der Bauernbühne &#8222;albern&#8220;. Als Stadträtin habe sie den Kulturreferenten Plößl als &#8222;nicht kritikfähig&#8220; kennen gelernt. Wer in der Öffentlichkeit stehe, müsse auch einstecken können, meint die SPD-Politikerin. Für sie grenze es an &#8222;Nibelungentreue&#8220;, wenn Plößl wegen seines Parteifreundes austrete: Der Leserbrief sei schließlich nicht gegen ihn selbst, sondern gegen Dr. Manfred Fleischer gerichtet gewesen. <P>Für Ex-Kulturamtschef Peter Struzyna haben &#8222;politische Anschauungen nichts in der Vereinsarbeit zu tun&#8220;. Nicht Gleichschaltung führe zu aktivem Vereinsleben, sondern die unterschiedlichen Auffassungen in der Gruppe. Prof. Dr. Matthias Richter-Turtur lobt besagten Gollwitzer-Leserbrief &#8222;als sehr treffend und passend&#8220;, während er Plößls Reaktion darauf als &#8222;Eigentor&#8220; einstuft. Ironisch ergänzt Richter-Turtur, der Gründungsmitglied des Kulturvereins Oberland ist: &#8222;Schade, dass Plößl die Bühne verlässt. Die schauspielerischen Eigenschaften kann er als Politiker gut brauchen.&#8220; <P>

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