Schnee ist zu schwer: Stadt sperrt Eissporthalle

- VON HANS MORITZ Geretsried - Am Mittwoch nahm der Ingenieur die Eissporthalle in Augenschein. Gestern Vormittag tagte die Rathausspitze. Am Mittag zog Vize-Bürgermeister Gerhard Meinl die Reißlinie. Wegen der hohen Schneelast veranlasste er die sofortige Sperrung des Heinz-Schneider-Stadions und verhängte ein Betretungsverbot. Dies wird bis mindestens Samstagvormittag gelten. Das Benefizturnier heute Abend muss also abgesagt werden. Heute Vormittag wird die Halle mit 40 zusätzlichen Stahlstützen abgesichert.

Nach den schrecklichen Ereignissen in Bad Reichenhall am 2. Januar waren auch Bürgermeisterin Cornelia Irmer, Stadtarchitekt Christian Müller und Ordnungsamtsleiter Günter Stowasser hellhörig geworden. Sie beauftragten Johannes Bracher vom Münchner Ingenieurbüro Siebenson & Bracher, die Halle sowie die Dachkonstruktion auf ihre Standfestigkeit hin zu überprüfen.

Gestern Abend erklärte Bracher in einer eilig einberufenen Pressekonferenz, es bestehe keine akute Gefahr. Sein Augenmerk habe der Traufe der kürzeren der beiden Dachseiten gegolten. "Dort gibt es kurz vor dem Ende des Daches eine leichte Krümmung, in der sich Schnee sammle. Normalerweise stellt, so Bracher, ein Gewicht bis 113 Kilogramm pro Quadratmetrer keinerlei Gefahr dar. Weil das Dach und die Leimbinder allerdings 26 Jahre alt seien und geringfügige Altersungserscheinungen aufwiesen -Bracher sprach von Feuchte und Minimalrissen unter einem Millimeter Länge -plädierte er für eine Maximallast von 50 Kilogramm.

Derzeit liegen dort nach aktuellen Messungen Müllers aber 62 Kilogramm. "Das war der Grund für die Sperrung", so Meinl. Müller und Stowasser erklärten, ein Abräumen der Schneefracht sei nicht möglich und viel zu aufwändig.

Damit keine Gefahr besteht, wird jeder Träger im Verlauf des Freitavormittags mit zwei Stahlstützen verstärkt, von denen jede drei Tonnen trägt. "Dabei wird es vorläufig den ganzen Winter bleiben", so Müller. Kostenpunkt: rund 5000 Euro plus monatliche Miete.

Ingenieur Bracher sicherte zu, bis zum Nachmittag einen Bericht vorzulegen. Den werden Meinl und Dritter Bürgermeister Walter Büttner, der kommende Woche die urlaubende Rathauschefin Irmer vertritt, mit Experten prüfen. "Erst dann können wir aufsperren", so Büttner. Meinl erklärte, das werde nicht vor Samstagmorgen sein. Er bedaure, dass das Benefizspiel abgesagt werden müsse. Aber Sicherheit habe Vorrang.

Zu einem Langfristkonzept wollten sich beide nicht äußern. Meinl erklärte nur, man werde die Überprüfung fortsetzen. Über einzelne Schritte entscheide dann der Stadtrat.

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