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Das Adventsgesteck nehmen wir: Tausende besuchten am Wochenende den Christkindlmarkt in der Flößerstadt. Entgegen allen Unkenrufen wurde ihnen dort weitaus mehr angeboten, als nur die obligatorischen Speisen und Getränke.

Nur der Schnee hat gefehlt...

So stimmungsvoll war der Christkindlmarkt

Wolfratshausen - Es gehört schon fast zur Tradition, dass der Wolfratshauser Christkindlmarkt am ersten Adventswochenende schneefrei ist. Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch.

Das ist zum Beispiel die liebevolle Dekoration der Altstadt mit dem großen Weihnachtsbaum am Marienplatz und den 142 kleinen Tannenbäumchen, die von den Hausfassaden herunterleuchten. Oder die musikalische Umrahmung durch die Stadtkapelle. 25 Musikanten spielten am Eröffnungsabend unter der Leitung von Christian Tomsu vor dem Rathaus. Während zur Einstimmung Adventsklassiker auf dem Programm standen, erfreute das Salonorchester am Samstagabend mit fetzigen Filmmusik-Melodien und mit aktuellen Hits wie „Viva la Vida“ und „Applaus, Applaus“. Am Sonntag zeigte der Nachwuchs, das Jugendorchester, sein Können.

Advent, Advent, in der Wolfratshauser Altstadt brennt weit mehr als nur ein Lichtlein.

Ismet Ilga wippte am Freitag fröhlich mit den Füßen im Takt. Der Maroni-Verkäufer gehört schon fast zum Inventar des Christkindlmarkts. Auch der Lions-Club ist mit seinem Stand bereits seit elf Jahren vertreten. Bei einer Ingwer-Karotten- oder einer Chili-Suppe konnte man sich aufwärmen, denn winterlich kalt war es am Abend. Den Erlös aus dem Essens- und Getränkeverkauf spendet der wohltätige Verein heuer verschiedenen Schulprojekten im Landkreis.

Kulinarisch war mal wieder allerhand geboten, von der Bratwurst über Schupfnudeln mit Kraut bis hin zum Döner. Wer es süß mochte, griff bei Crêpes, Plätzchen und gebrannten Mandeln zu. Insgesamt 60 Stände säumten die Marktstraße. Marktmeister Peter Steinberger freute sich über den friedlichen Auftakt. Das vor zwei Jahren eingeführte Schnapsverbot habe sich bewährt, stellte er im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Gegen einen Schuss Hochprozentiges in manchem Heißgetränk sei nichts einzuwenden. Das Problem seien die „kleinen Fläschchen“ gewesen, die vor dem Verbot zu Billigstpreisen verkauft worden seien. Relativ unauffällig patrouilliert seit ebenfalls zwei Jahren ein Sicherheitsdienst durch die Innenstadt.

Der Nikolaus beschenkte die jüngsten Besucher des Christkindlmarktes mit kleinen Präsenten.

Die besten Tage für die Standbetreiber sind der Samstag und der Sonntag. Das weiß Claudia Fleischer, die mit ihren Wichteln, Marmeladen und Likören seit rund 20 Jahren einen Stammplatz in Wolfratshausen hat. Wie viele andere Kollegen bedauert sie, dass die Nachfrage nach Selbstgebasteltem immer mehr abnimmt. Versuchen wollte es trotzdem Sylvia Freier vom Wollgeschäft „Sylvias Schmeicheleinheiten“ am Untermarkt. Sie war zum ersten Mal mit einer Bude voller Häkelmützen und Schals dabei. Peter Steinberger hatte die Geschäftsfrau dazu überredet, weil den Läden am Untermarkt ein bisschen Werbung seiner Meinung nach nicht schaden kann.

Unter dem Aspekt Öffentlichkeitsarbeit sehen zahlreiche Vereine und Organisationen ihre dreitägige Präsenz auf dem Christkindlmarkt. Die Mittelalter-Gruppe „Illusion-Larp“ nutzte heuer zum zweiten Mal die Gelegenheit, mit einem Glühwein- und Informationsstand auf sich aufmerksam zu machen. Natürlich füllen die Vereine mit dem Speisen- und Getränkeverkauf auch ihre Kassen auf. Dass das Bayerische Rote Kreuz, die evangelische Jugend, die Caritas-Wärmestube und etliche andere Organisationen sowie Sportvereine auf diese Art dringend benötigtes Geld für ihre Arbeit sammeln, gehört ebenfalls zur schönen Tradition in Wolfratshausen.

Tanja Lühr

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