Schneepflug in der Loipe

- Raiffeisen-Cup: Nachwuchs kämpft mit ungewohntem Hindernis

VON GABRIELE MAYER Moosham - Die Organisatoren des Ski-Club Moosham hatten im Vorfeld des Raiffeisen-Cup das schier Unmögliche fertig gebracht, für alle 110 Läufer die gleichen Bedingungen auf ihrer Hausstrecke herzustellen. "Nach dem extremen Schneefall in der Nacht", so Sportchef Andreas Hörburger, sei "Plan C in Kraft getreten." Das bedeutete für Loipenwart Sepp Wiedenbauer senior: Um 4 Uhr früh raus aus den Federn und ab in den Schnee.

So präsentierte sich der Rundkurs von drei Kilometern, der zwei größere und mehrere kleinere Steigungen aufwies, in tadellosem Zustand. Doch gerade als die erste Läuferin, Theresa Matheis vom SC Moosham, auf die Strecke gelassen wurde, passierte es. Ein Schneepflug kam von der Straße ab und fuhr direkt in die Spur. Das Kind konnte gerade noch ausweichen. Dieses Missgeschick passierte noch dreimal. Immer dann, wenn sich ein Mädchen näherte, missglückte ein weiterer Rangierversuch. Dank der aufmerksamen SCM-Streckenposten konnten auch sie ausweichen, was allesamt für eine gute Skibeherrschung spricht.

Der nasse Neuschnee machte insbesondere dem jüngeren Nachwuchs schwer zu schaffen. "Es ist fast unmöglich, hier für die klassische Strecke richtig zu wachsen", nahm Sepp Wiedenbauer junior, Nachwuchstrainer der SCM-Renngruppe, die vielen Väter in Schutz, die in die falsche Kiste gegriffen haben. "Ich habe auf der Strecke sogar noch Holzstückchen eingebaut, damit sich die Kinder zwischendrin das Wachs etwas von den Skiern streifen konnten", bekannte er. Einer, dem dies vielleicht geholfen hatte, war Seppi Estner vom SC Wall, der für die drei Kilometer 10:44 Minuten benötigte. Damit war der Zehnjährige eine Klasse für sich. Auch die elfjährige Anna Wiedenbauer (SC Moosham), die 11:50 Minuten vorlegte, bewies eindrucksvoll als Drittschnellste aller Teilnehmer über die kurze Strecke, dass an ihr künftig kein Weg vorbei führen wird. Ein tolles Rennen lieferten sich drei Läuferinnen der Schülerklasse W 13 auf der vier Kilometer langen Skating-Schleife. Letztlich hatte Christina Höck (TSV Benediktbeuern) das Glück auf ihrer Seite. Sie gewann vor den beiden Mooshamerinnen Veronika Gröbmair und Julia Floßmann, die ein wenig haderte (siehe unten). Schnellster Schüler war Florian Fischhaber (SC Gaißach).

Richtig spannend gestaltete sich das Rennen über die zwei Mal drei Kilometer lange Skating-Strecke. Während bei den weiblichen Teilnehmern keine wesentlichen Klassenunterschiede zu erkennen waren, ging es in der Schülerklasse M 15 zur Sache. Lokalmatador Hansi Fröstl verhielt sich taktisch klug, ließ seinen schärfsten Konkurrenten Stefan Lautenbacher (TSV Benediktbeuern) zunächst die Führungsarbeit machen. Dann zeigte sich, wer den längeren Atem hatte. Rund 300 Meter vor dem Ziel gab Fröstl Gas und lief einen Vorsprung von acht Sekunden heraus.

Die Entscheidung der Erwachsenen brachte keine Überraschung. Lokalgröße Barbara Häsch, die auf der mittleren Runde gemeinsam mit der männlichen Jugend gelaufen war und Tempo gemacht hatte, gewann die neun Kilometer mit einem Vorsprung von 3:25 Minuten vor Gerhild Kesper (TSV Hartpenning). Auch der Sieg in der Herrenklasse ging an den SC Moosham, allerdings knapp. So konnte sich der angehende 23-jährige Sportwissenschaftler mit Schwerpunkt Langlauf, Christoph Näger, nach 29:12 Minuten nur um zwei Sekunden vor dem 43-jährigen Zdenek Weiss vom SC Rosenheim ins Ziel retten.

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