Schönhuber kontra Mediterana

- Geretsried - Ausgerechnet Gutsbesitzerin Annemarie Schönhuber, die ihre Flächen in Buchberg an den Investor des Mediterana, Ernst-Werner Ruhbaum, verkaufen will, hat im Bebauungsplanverfahren massive Einwände gegen das Projekt erhoben. Unter anderem heißt es in der Stellungnahme ihres Rechtsanwalts, dass "eine Umsetzbarkeit des Projekts derzeit nicht besteht". Das Bauvolumen und andere Vereinbarungen würden vom Optionsvertrag abweichen. "Möchte man einen Rücktritt seitens unserer Mandantin mit Folge des Verlustes der Verfügungsbefugnis des Vorhabensträgers vermeiden, muss nachverhandelt werden."

Was so brisant klingt, fand in der Ausschusssitzung am Montag keine Erwähnung. Auch auf Nachfrage gibt sich der derzeit amtierende 3. Bürgermeister Walter Büttner sehr entspannt. Die Stadt sehe diese Einwände "gelassen". Wie alle anderen Bedenken würden auch diese geprüft. Die privatrechtlichen Belange müssten die Eigentümerin und der Investor klären, dies sei nicht Bestandteil des Verfahrens. Aber, so ergänzt Büttner: "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Herr Ruhbaum im Optionsvertrag etwas offen gelassen hat, das sein Projekt verhindern könnte."

Widerspruch gegen Hausabbruch

Unter anderem lehnt Schönhuber die Verkehrserschließung ab und im speziellen die Führung der Zufahrt mitten durch das Wohnhaus Buchberg 5. "Sie ignoriert das Eigentum und ist unzulässig", schreibt ihr Anwalt. Auch die Bewohner des Hauses widersprechen dem geplanten Abbruch. Das Gebäude aus der Zeit der Jahrhundertwende sei erst kürzlich umfangreich renoviert worden. Die Stadt hält dem entgegen, dass vor der Festlegung der Straßenführung eine Unterredung zwischen Schönhuber und Ruhbaum statt. Unabhängig davon soll in der Stadtratssitzung am 31. Januar noch einmal über die Zufahrt beraten werden. "Die Verkehrserschließung ist generell ein Problem", so Büttner.

Ein weiterer Streitpunkt ist eine drei Meter hohe Lärmschutzwand, die laut Schönhubers Anwalt im Optionsvertrag vereinbart wurde, aber nicht im Bebauungsplan steht. "Wir kennen den Inhalt der Verträge nicht", sagt dazu der 3. Bürgermeister. Ob von offizieller Seite eine Lärmschutzwand notwendig ist, werde ein Gutachten zeigen. Die Gutsbesitzerin selbst erklärte gestern nur, "es muss nachverhandelt werden". Laut ihrem Anwalt steht auch eine gesicherte ökologische Ausgleichsfläche für das Vorhaben nicht zur Verfügung. Dass Schönhuber und Ruhbaum zu einer Einigung finden werden, davon geht Büttner aus: "Ich kann auf beiden Seiten kein Interesse erkennen, das Projekt scheitern zu lassen.

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