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Das Schriftstellerehepaar Amelie Fried und Peter Probst.

Seit 23 Jahren in Dietramszell

Schriftsteller-Ehepaar zieht es in die Landeshauptstadt

Dietramszell/München – Das Schriftstellerehepaar Amelie Fried und Peter Probst wird Dietramszell verlassen und nach München ziehen.

Das hat Amelie Fried (56) kürzlich im Fernsehen erzählt, und zwar in der WDR-Sendung „Kölner Treff“. „Wir hatten das Gefühl, wir sollten diesen Wechsel machen“, sagte sie. Den Plan verfolgen sie schon seit längerer Zeit. „Wir dachten uns, wenn die Kinder einmal außer Haus sind, sollten wir den Aufbruch in eine neue Lebensphase wagen.“

Einen Zusammenhang zu der Hitler- und Hindenburgaffäre im vergangenen Jahr gibt es nur bedingt. Im Dezember hatte sich das Paar, das seit 23 Jahren in Dietramszell wohnt, eingeschaltet, als es der Gemeinderat ablehnte, sich von der Ehrenbürgerwürde für Adolf Hitler und Paul von Hindenburg zu distanzieren. Dies geschah erst in einer Sondersitzung eine Woche später, wobei Fried, die aus eine jüdischen Familie stammt, und Probst, der sich seit Jahrzehnten gegen Ausländerfeindlichkeit engagiert, den Gemeinderäten kurz Bericht erstatteten.

In der Sendung erinnerte sich Fried an die turbulenten Wochen. So erzählte sie, dass sie bis dahin lieber im Verborgenen geblieben wären. Erst, als sie die Zeitung aufgeblättert und die Nachricht vom Gemeinderatsbeschluss gelesen hätten, wussten sie: „Jetzt ist es gut, wir müssen was machen.“ Sie sei im nachhinein froh, sich zu Wort gemeldet zu haben: „Ich glaube, wir haben einen Denkprozess in Gang gesetzt. Dafür war es die Sache wert.“ Noch immer bestürzt wirkte sie darüber, dass Florian von Schilcher in einer Zeitung gesagt hatte, Probst und Fried sollten sich als Zugereiste nicht in die inneren Angelegenheiten Dietramszells einmischen. „Und das nach 23 Jahren! Was ist das nur für ein Demokratieverständnis?“

Probst (56) erklärt auf Nachfrage, dass der Plan, wegzuziehen, schon lange reif war. Das Paar hätte deshalb vor einigen Jahren eine Wohnung in München gekauft. Er sagt: „Es hat nichts mit den Vorfällen im Dorf zu tun, die uns den Abschied allerdings leichter machen.“ (vu)

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