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Florian von Brunn: Der Landtagsabgeordnete lässt nicht locker.

S-Bahn-Verlängerung  

Schritt für Schritt zum großen Ziel

Wolfratshausen/Geretsried – „Die Staatsregierung vernachlässigt ihre Aufgaben“: Das wirft SPD-Landtagsabgeordneter Florian von Brunn Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und seinem Kabinett vor.

Konkret geht es um die geplante S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried. Wiederholt klagt der Abgeordnete über Stillstand bei dem für die Region so wichtigen Verkehrsprojekt (wir berichteten).

Brunn moniert, dass sich Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in der jüngsten Haushaltsdebatte im Landtag wieder nicht konkret zur geplanten S-Bahn-Verlängerung in die größte Stadt im Landkreis geäußert hat. „Schuld soll die Bahn sein. Aber nach meinen Informationen liegen die neuen Pläne längst im Innenministerium und werden dort nicht weiter bearbeitet“, kritisiert Brunn, der lange Zeit in Icking gewohnt hat und für seine Fraktion auch den Stimmkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Garmisch-Partenkirchen mitbetreut.

Florian von Brunn: Der Landtagsabgeordnete lässt nicht locker.

Der SPD-Politiker verweist darauf, dass die Staatsregierung bereits im Mai 2012 ein so genanntes Sofortprogramm für den dringend notwendigen Ausbau des Bahnknotens München verabschiedet hat. Dazu gehört auch die S 7-Verlängerung, über die seit vier Jahrzehnten diskutiert wird. „Dieses so genannte Sofortprogramm verdient seinen Namen nicht“, erklärt Brunn. Von 13 Maßnahmen sei erst eine einzige – die Elektrifizierung der Linie A nach Altomünster – abgeschlossen. Der Abgeordnete empört sich über die Ausflüchte des Innenministers: „Wenn es nicht klappt, ist immer nur die Deutsche Bahn schuld.“ Mit den Erfolgen schmücke sich dann die Staatsregierung. Das sei unseriös und unglaubwürdig. „Ich fordere Innenminister Herrmann auf, sein Sofortprogramm jetzt endlich auch sofort umzusetzen.“ Die S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried müsse dabei ganz weit oben stehen.

Das Planfeststellungsverfahren zur S 7-Verlängerung nach Geretsried läuft mittlerweile seit drei Jahren. Wie ein Sprecher des Innenministeriums auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, sind von den Betroffenen über 700 Einwände mit etwa 8500 Einzelargumenten vorgebracht worden. Viele davon beziehen sich auf die in Wolfratshausen massiv kritisierte Planung mit einer Bahnschranke an der Sauerlacher Straße. An Herrmanns Runden Tisch im Januar dieses Jahres beschäftigten sich die Teilnehmer mit einem alternativen Vorschlag zur Tieferlegung der Gleise im Bereich der Sauerlacher Straße. Diesen hatte der Wolfratshauser Hans Gärtner eingereicht. Mit einer entsprechenden vergleichenden Untersuchung und Kostenschätzung wurden die Planer damals beauftragt.

Diese Untersuchungen „werden derzeit von der DB zusammen mit externen Planungsbüros durchgeführt“, so der Pressesprecher des Innenministeriums. Die ersten Entwürfe dieser neuen Nutzen-Kosten-Analyse würden seit etwa einer Woche vorliegen, „nachdem Verkehrsminister Herrmann das mehrmals persönlich bei der Bahn angemahnt hatte“. Sobald die Auswertung abgeschlossen sei, werde der Minister zu Beginn des neuen Jahres zu einem Runden Tisch einladen und die neuen Zahlen vorstellen. Erste Ergebnisse der vergleichenden Untersuchungen würden für die erste Jahreshälfte 2015 erwartet. Diese sollen dann an einem weiteren Runden Tisches mit den Betroffenen erörtert werden, „damit dann mit Hochdruck das Genehmigungsverfahren fortgeführt werden kann“. Doris Schmid

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