Die Schulden sinken und sinken

Münsing - Die Gemeinde Münsing stellt einen soliden Haushalt auf. Der Verkauf des Wohnareals am Pallaufhof wird Geld bringen.

Der Haushalt der Gemeinde Münsing steht auf soliden Beinen. Kämmerer Hubert Kühn legte den Vorbericht für das Haushaltsjahr 2014 am Dienstag dem Gemeinderat vor. Das Haushaltsvolumen beträgt rund 13,1 Millionen Euro. Bei der Gewerbesteuer rechnet Kühn mit über einer Million Euro Einnahmen. Dass wohl erstmals die Millionengrenze geknackt werde, führt Bürgermeister Michael Grasl auf den „starken Mittelstand mit seinen vielen Handwerksbetrieben und unsere wenigen großen Unternehmen“ zurück. Die Einkommensteuerbeteiligung wird Münsing rund 2,9 Millionen Euro einbringen. Die Seegemeinde mit ihren reichen Bewohnern legt hier um gut sieben Prozent zu. Zum Jahresende wird erwartet, den Schuldenstand auf 550 000 Euro senken zu können. Das würde einer Pro-Kopf-Verschuldung von 132 Euro pro Einwohner entsprechen. Zum Vergleich: 2012 betrugen die Schulden noch 890 000 Euro.

Die Rücklagen steigen dank der günstigen Haushaltsentwicklung auf rund 5,78 Millionen Euro an. Diese Rücklagen müssen laut Kühn nicht angetastet werden, um die bevorstehenden Aufgaben zu erfüllen, als da wären: die Erneuerungen im Wasserversorgungsnetz, der Straßenbau und der Hochwasserschutz. Das Finanzpolster der Gemeinde wird sogar noch anwachsen, wenn das Wohnareal beim Pallaufhof verkauft ist. Ans Ersparte wird Münsing erst wieder gehen müssen, wenn der Bau des Feuerwehrhauses in Ammerland ansteht, wenn die Breitbandversorgung optimiert wird und wenn das neue Gemeindezentrum Pallaufhof geplant und gebaut wird.

„Der Pallaufhof weckt natürlich die verschiedensten Begehrlichkeiten“, schreibt Kühn in seinem Haushalts-Vorbericht. Es sollten deshalb nicht nur Finanzierung und sorgfältige Bauleitplanung, sondern auch die Folgekosten genauestens überdacht werden. Im Pallaufhof werde der Grundstein für das mögliche Wirtschaften der kommenden Generation gelegt, so der Kämmerer. Bürgermeister Michael Grasl kündigte an, er wolle gemeinsam mit dem neu gewählten Gemeinderat mehr Gewicht als bisher auf den sozialen Bereich legen. Münsing werde in Zukunft Kindergärten und -krippen sowie Senioreneinrichtungen brauchen. Und auch ein Verkehrskonzept werde nötig. Die Münchner würden hinaus aufs Land drängen, der Siedlungs- und Erholungsdruck wachse stetig.

Wichtig ist es dem Bürgermeister, dass den Einheimischen die Möglichkeit zur Entwicklung bleibt. Das gelte sowohl für das Wohnen als auch für Betriebsansiedlungen und -erweiterungen. Die Frage, wohin sich Münsing langfristig entwickeln solle, müsse bei allen Beratungen im Gemeinderat bedacht werden, appellierte Grasl an das Gremium.

Tanja Lühr

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