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Der Schwaigwaller Bach in Geretsried.

Im Gespräch mit Emmerich Wurst

Schwaigwaller Bach: Sanierung ist nur einer von vielen wichtigen Schritten

Der Schwaigwaller Bach trägt nach Einschätzung von Experten eine Mitschuld daran, dass im Blumenviertel Keller volllaufen. Nun wird das Bachbett für rund eine halbe Million Euro bis zur Isar abgedichtet. Wir haben uns mit mit dem Sprecher der Grundwasser-Geschädigten über den Schwaigwaller Bach und andere Baustellen unterhalten.

Emmerich Wurst ist Sprecher der Interessengemeinschaft grundwassergeschädigter und -gefährdeter Geretsrieder

Geretsried Seit acht Jahren kämpft die Interessengemeinschaft grundwassergeschädigter und -gefährdeter Geretsrieder, kurz IGGG, für ein Grundwassermanagement seitens der Stadt. Einen großen Erfolg hat die Bürgerinitiative jetzt mit der Abdichtung des Schwaigwaller Bachs zwischen Blumenstraße und Isar erreicht. Die Mitglieder der IGGG machen den Bach mit dafür verantwortlich, dass nach starken Regenfällen Grundwasser in ihre Keller dringt. Wie berichtet hat ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten eine Mitschuld des Bachs bestätigt. Die Stadt lässt deshalb gerade für rund 500 000 Euro Betonitmatten ins Bachbett legen, damit das Wasser kontrolliert abgeleitet wird. Unsere Mitarbeiterin Tanja Lühr sprach mit Emmerich Wurst (71), Vorsitzender der IGGG.

Herr Wurst, die Abdichtung des Bachbetts war der 2010 gegründeten IGGG eines der wichtigsten Anliegen. Freuen Sie sich, dass die Stadt endlich Ihrem Wunsch nachkommt.

Ich darf kurz zurückblicken: Im Sommer 2010 standen nach langem, starken Regen rund 60 Keller im Blumenviertel unter Wasser. Wir Anwohner führten das darauf zurück, dass der Grundwasserspiegel angestiegen war, weil die frühere Verrohrung des Bachs beseitigt wurde und somit das Wasser im freigelegten Bachbett versickerte. Zusätzlich wurde, ohne die Auswirkungen zu beachten, das marode Kanalsystem saniert. Ein wichtiger Grundwasserleiter war also verschlossen. Bürgermeisterin Cornelia Irmer zeigte damals überhaupt kein Interesse an unserem Problem. Auch beim Wasserwirtschaftsamt in Weilheim und am Landratsamt wurden wir abgeblockt. Dann versprach uns Bürgermeisterkandidat Michael Müller, sich der Sache anzunehmen. Und er hielt Wort! Nach seiner Wahl holte er den Stadtrat mit ins Boot und ließ vergangenes Jahr das Gutachten erstellen, das unsere Vermutung bestätigte. Natürlich freut es mich, dass jetzt etwas unternommen wird.

Was erhoffen Sie sich von der Abdichtung?

Nun, die IGGG ist sich dessen bewusst, dass es schon ein absoluter Glücksfall wäre, wenn die Maßnahme alle unsere Probleme lösen würde. Denn, wie erwähnt, auch die Kanalsanierung spielt bei der Grundwassersituation seit 2010 eine Rolle. Diesen Sommer wird man am Stand des Pegels 211 an der Lilienstraße ablesen können, welche Auswirkungen die Abdichtung hat. Sollte es erneut zu Überschwemmungen kommen, muss man nach weiteren Lösungen suchen. Die Bachsanierung ist aber auf jeden Fall ein Big Point im Grundwassermanagement der Stadt.

Das heißt also, die IGGG wird nicht die Hände in den Schoß legen oder sich gar auflösen?

Nein. Wir neun aktiven Vorstandsmitglieder der IGGG sind von Anfang an mit dem Ziel angetreten, die Gesamtsituation in Geretsried zu verbessern. Wir haben seitdem viel erreicht. Der Stadtrat hat ein Grundwassermanagement wie kaum eine andere Kommune ins Leben gerufen. Inzwischen reden der Bürgermeister, städtische Mitarbeiter, Wasserwirtschafts- und Landratsamt sowie Bauträger auf Augenhöhe mit uns. Man hat gemerkt, dass wir niemanden unter der Gürtellinie angreifen, sondern dass es uns um die Sache geht.

Worauf werden Sie künftig Ihr Augenmerk richten?

Wir werden uns zu allen großen Bauprojekten äußern. Das haben wir bereits beim Karl-Lederer-Platz getan. Beim Wohnbau-Projekt an der Banater Straße, auf dem ehemaligen Lorenz-Areal, hat mir Bauherr Reinhold Krämmel zugesagt, dass die Wohnanlage keinen negativen Einfluss auf das Grundwasser haben wird. Die Verantwortlichen im Hause Krämmel sind mit der Thematik sehr sorgfältig umgegangen, das heißt, die mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim abgestimmten Schutzmaßnahmen sind in dem zur Zeit ausgelegten Bauantrag bereits eingearbeitet. Die Baugenossenschaft hat das Thema Grundwasser beim Bau ihres Parkhauses am Rosenweg berücksichtigt, und auch der Bauträger, der für die Wohnanlage „Die Lilie“ an der Lilienstraße verantwortlich zeichnet, baut auf unseren Einwand hin Düker ein. Das Gewerbegebiet Gelting hat bereits einen Regenwasserkanal. Langfristig wird man sich im Rathaus generell mit der Installation von Regenwasserableitungssystemen befassen müssen. Die IGGG wird darauf achten, dass die Stadt ihr Grundwassermanagement konsequent weiterverfolgt. Die Bachsanierung ist nur einer von vielen wichtigen Schritten. Als Fazit kann ich sagen: Wir haben es geschafft, dass dem Thema Grundwasserproblematik die nötige Beachtung und Bedeutung beigemessen wird.

Infos im Internet:

www.iggg-grundwasser-geretsried.de

Tanja Lühr

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