Robert Lug Der FW-Sprecher hält einen Neubau des Eisstadions an anderer Stelle für die günstigere Lösung. Foto: red
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Robert Lug Der FW-Sprecher hält einen Neubau des Eisstadions an anderer Stelle für die günstigere Lösung.

"Schwarzer Dienstag für alle Sportler"

Geretsried - Die Freien Wähler bleiben dabei: Aus ihrer Sicht wäre der Neubau eines Eisstadions die bessere Lösung.

Als schlechte Verlierer wollen die Freien Wähler nach ihrer Abstimmungsniederlage in Sachen Eisstadion nicht gelten. An ihrem Stammtisch am Donnerstagabend blieben die Stadträte Robert Lug und Lorenz Weidinger allerdings dabei, dass ein Neubau die bessere Lösung gewesen wäre.

„Wir werden die Sanierung des alten Stadions und den Bau eines Dachs natürlich unterstützen“, sagte Lorenz Weidinger. Nach Meinung des Ingenieurs können jedoch weder der Kosten- noch der Zeitrahmen eingehalten werden. Er rechnet mit „mindestens acht Millionen Euro“ für eine Überdachung und eine neue Kältetechnik sowie mit einem Baubeginn frühestens 2017, weil erst aufwändige Voruntersuchungen angestellt werden müssten.

„Der ESC sagt selber, wenn er noch zwei Jahre ohne Dach spielen muss, ist er sportlich am Ende“, erinnerte Weidinger. Die von den Freien Wählern favorisierte Lösung C - die Auslagerung des Eisstadions und des Festplatzes auf die grüne Wiese - hätte sich laut Robert Lug schneller und günstiger realisieren lassen. Für die 20 Stammtischbesucher rechnete der unterlegene Bürgermeisterkandidat das Modell noch einmal vor.

Nach Lugs Recherchen würde der Verkauf des Geländes an der Jahnstraße für eine Wohnbebauung der Stadt 15,5 Millionen Euro einbringen und nicht 9,1 Millionen Euro, wie Stadtarchitekt Christian Müller errechnet habe. Den Katasterplänen zufolge sei das Grundstück nämlich 31 000 und nicht 18 300 Quadratmeter groß. Ein Preis von 500 Euro pro Quadratmeter werde sich auf dem Filetstück leicht erzielen lassen, so Lug. Das für die Auslagerung gedachte 54 000 Quadratmeter große Gebiet am Robert-Schumann-Weg zwischen Förderschule und B 11 würde die Stadt laut Lug 2,25 Millionen Euro kosten, ein neues Eisstadion, als Multifunktionshalle gebaut, rund 15 Millionen Euro. Platz wäre noch für zwei Fußballfelder für den FC und den FF Geretsried für je eine Million Euro sowie für einen neuen Volksfestplatz. Ziehe man die Abrisskosten für das alte Stadion vom Erlös aus dem Grundstücksverkauf an der Jahnstraße ab, bliebe eine Deckungslücke von fünf bis sechs Millionen Euro.

„Bei der Sanierung des alten Stadions wären es wie gesagt sechs bis acht Millionen Euro und man hätte noch keine Lösung für den Fußballplatz des FC Geretsried, der der Bebauung der Böhmwiese weichen muss“, erklärte der Fraktionssprecher. Zudem bliebe am alten Eishallenstandort weiterhin das Lärmschutzproblem mit den Anwohnern bestehen, die Betriebskosten wären bei einem modernen Neubau geringer. Lug bezeichnete die Entscheidung des Stadtrats als „schwarzen Dienstag für alle Sportler“.

Tanja Lühr

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