Die schwierige Suche nach einem neuen Standort

- Deutscher Orden dankt "allen, die uns unterstützt haben"

VON VERONIKA WENZEL Geretsried - "Die Bürger haben sich so entschieden. Das müssen wir, wenn auch schweren Herzens, akzeptieren." So kommentiert Lothar Josten, Leiter des Geschäftsbereichs Suchthilfe beim Deutschen Orden (DO), den Ausgang des Geretsrieder Bürgerentscheids. Wie berichtet hatte eine knappe Mehrheit am Sonntag den Umzug einer Suchthilfeeinrichtung in die Verwaltungsschule abgelehnt. Der DO sucht nun nach einem neuen Standort, die Bundesagentur für Arbeit nach einem neuen Mieter für die Schule. Beides wird keine leichte Aufgabe.

Vorerst können die Bewohner von Buchenwinkel (Icking) und Eichenhain (Emmering) in ihren Häusern bleiben. "Wir haben im Vorfeld des Bürgerentscheids mit den Vermietern gesprochen." Für die kommenden Monate seien die Einrichtungen gesichert. "Die Bewohner behalten auf jeden Fall ihre Plätze, auch die Arbeitsplätze sind gesichert", berichtet der DO-Vertreter. Darüber, wie es langfristig weitergehen soll, wird man sich in den kommenden Wochen unterhalten. Es gebe ja weiterhin den Auftrag des Kostenträgers - der Bezirk Oberbayern -, gemeinsame Therapieplätze für Methadonsubstituierte und Alkoholkranke vorzuhalten. "Und das wollen wir auch immer noch gerne machen", erklärt Josten. Die Umsetzung dürfte sich allerdings schwierig gestalten. Der DO habe im Vorfeld bereits lange gesucht, bis man auf die Verwaltungsschule gestoßen war. "Es sind nicht wirklich viele geeignete Objekte auf dem Markt."

Den Standort an der Johann-Sebastian-Bach-Straße hat der DO abgehakt - auch wenn er sich theoretisch in einem Jahr erneut um die Verwaltungsschule bemühen könnte. Denn der Bürgerentscheid bindet die Stadt nur für zwölf Monate. "Aber verständlicherweise werden wir keinen zweiten Anlauf unternehmen", sagt Josten. Trotz der Enttäuschung über den Ausgang der Abstimmung ist dem Geschäftsbereichsleiter eines ganz wichtig: "Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die uns unterstützt haben - bei den Menschen, die uns ihre Stimme gegeben haben, beim Stadtrat, dem Bürgermeister und den Pfarrgemeinden in der Stadt."

Kein anderer Interessent für Verwaltungsschule

Wie es nun weitergeht, darüber rätselt nun auch die Bundesagentur für Arbeit. Ihr gehört die leer stehende Schule. "Wir sind natürlich nach wie vor an einem Verkauf oder einer Vermietung interessiert", erklärt Pressesprecher Paul Moser. Interessenten gebe es im Moment aber weder für das eine noch das andere. Die Vermarktung des Objekts sei schwierig. Moser: "Aber wir geben die Hoffnung natürlich nicht auf."

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