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Auf Hinweistafeln in den Isarauen appellieren Polizei und Landratsamt an Besucher, strafbare Handlungen sofort anzuzeigen.

Sex-Spiele in den Isarauen: Landrat sieht keinen akuten Handlungsbedarf

Wolfratshausen/Geretsried - Das wilde Treiben in den Isarauen: Für Landrat Josef Niedermaier ist es zwar ein Ärgernis, aber akuten Handlungsbedarf sieht er nicht. „Wir werden jetzt nicht die große Keule schwingen“, sagte er am Donnerstag in einer Pressekonferenz im Geretsrieder Rathaus.

Bei den Besuchern der Au müsse man zwischen den vielen Tausend unterscheiden, die dort lediglich nackt die Natur genießen und jenen wenigen, die durch sexuelle Handlungen öffentliches Ärgernis erregen. Das Verhalten der ersten Gruppe, die sich dort seit vielen Jahrzehnten tummelt, werde man weiterhin tolerieren. „Das wird akzeptiert, und dabei bleibt es“, stellte der Landrat fest. Bei der Verfolgung der Exhibitionisten sei man auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. „Wer sich belästigt fühlt, soll sich sofort, Betonung auf sofort, bei der Polizei melden.“ Zudem sei es hilfreich, ein Foto des Exers zu schießen. Allerdings nur, wenn man sich nicht selbst in Gefahr bringe.

Gegen eine dritte Gruppe, bestehend aus Swingern und Homosexuellen, die sich übers Internet in den Isarauen verabreden, habe man kaum Handhabe. Diese zögen sich im Normalfall auf wenige, verborgene Flecken zurück, wo sie – unbemerkt von der Öfffentlichkeit – ihre sexuellen Handlungen vollziehen würden. Niedermaier: „Diese Trefffen können wir nicht verhindern, nur eindämmen.“ Die Polizei verfüge nicht über die Kapazitäten, ständig durch die Auen zu streifen, um schlüpfrige Verabredungen zu sprengen. Und die Isarranger hätten ganz andere Aufgaben – nämlich die Pflege von Flora und Fauna – und dürften nicht einmal die Personalien von Verdächtigen feststellen. „Uns bleibt nichts übrig, als das zu dulden“, sagte der Landrat. „Wenn sich niemand belästigt fühlt und sich bei der Polizei meldet, sind uns die Hände gebunden.“

Schilder gegen Sex-Spiele an den Isarauen

Schilder gegen Sex-Spiele an den Isarauen

Insgesamt hat sich laut Niedermaier die Situation zwischen Wolfratshausen und Ascholding in den vergangenen Jahren entspannt. „Es ist besser geworden.“ Seit 2004 existiert, abgestimmt mit dem Innenministerium, ein Polizeikonzept: Beamte patroullieren regelmäßig uniformiert und zivil, um Exhibitionisten zu verunsichern; und auf Schildern werden Bürger dazu aufgerufen, sich im Falle eines Falles an die Polizei zu wenden. Auch die Naturschutzwacht kontrolliert regelmäßig. Insofern sei der an ihn adressierte Aufruf der Jungen Union, zu handeln, hinfällig. „Es ist bereits gehandelt worden.“

Werner Resenberger, Chef der Wolfratshauser Polizei, erklärte, dass seit 2006 insgesamt 28 Straftaten registriert worden seien, heuer erst eine. Elf davon seien aufgeklärt worden. „Das entspricht einer Aufklärungsquote von 40 Prozent.“ Außerdem habe die Polizei ein sehr genaues Auge auf das Internet. Der Inhalt einer Website allerdings, nämlich die Verabredung, sei nicht strafbar, sondern vielmehr, aus juristischer Sicht, nur „Werbung“.

Niedermaier warnte davor, dass sich die Einheimischen von den wenigen Exhibitionisten davon abbringen lässt, in die Isarauen zu gehen. „Wenn das so sein sollte, muss man das Gebiet wieder zurückerobern.“ Ihm sprang Geretsried Bürgermeisterin Irmer bei: „Das ist eine wunderschöne Gegend, an der wir uns alle freuen sollten. Missbrauch dürfen wir niemals tolerieren.“ Martin Melf, Chef des Wolfratshauser Ordnungsamts, urteilte: „Wenn wir sagen ,Igitt, wir gehen da nicht mehr hin‘, wäre das sehr, sehr schade.“

Volker Ufertinger

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