„Es war einmal...“: Mit einem Ratespiel bringt Steffi Füssel (li.) ihren kleinen Besuchern die Welt der Märchen näher. foto: sh
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„Es war einmal...“: Mit einem Ratespiel bringt Steffi Füssel (li.) ihren kleinen Besuchern die Welt der Märchen näher. foto: sh

Wo hat sich das siebte Geißlein vor dem bösen Wolf versteckt ?

Geretsried - Die Stadtbücherei will im Brüder-Grimm-Jahr das Interesse an Märchen wecken. Dazu hat sie zwei Aktionen organisiert.

„Sehr viele Kinder kennen heute keine Märchen mehr“, bedauert Steffi Füssel. Sie gehören für die Mitarbeiterin der Stadtbücherei aber zum kulturellen Erbe. Im Brüder-Grimm-Jahr 2012 lädt die Bücherei deshalb zu zwei Aktionen ein. Ein lustiges Rätselraten stand vor kurzem auf dem Programm. Am morgigen Donnerstag, 23. August, heißt es „Märchen mit allen Sinnen erleben“. Von 10 bis 11 Uhr dürfen die Besucher dann unter anderem Gewürze kosten, die in vielen Geschichten vorkommen.

Zum Rätsel „Die Hexe und die sieben Fröschlein“ sind Sophia, Rebecca, Romi und Valentin gekommen. Steffi Füssel hat sich für sie eine vogelwilde Story einfallen lassen, in der sie ein Dutzend verschiedener Märchen untergebracht hat. Den Froschkönig, die sieben Geißlein, Dornröschen und Schneewittchen erkennen die Kinder sofort. Valentin gesteht, dass ihm die Handlung von König Drosselbart nicht geläufig ist; auch bei den Bremer Stadtmusikanten gibt Füssel ein paar Tipps.

Im anschließenden Fragebogen zeigen die Mädchen und Buben im Grundschulalter, dass sie sich insgesamt recht gut auskennen mit Märchen. Sie kreuzen richtig an, dass Aschenputtel Linsen aus der Asche sammeln musste und nicht etwa Bohnen oder Erbsen. Und sie wissen, wo sich das siebte Geißlein vor dem bösen Wolf versteckte, nämlich in der Standuhr. Rebecca sagt, sie kenne sich so gut aus, weil sie das Thema Märchen in der vierten Klasse behandelt hätten.

Das freut Steffi Füssel. Sie sieht in den fantastischen Erzählungen über Prinzessinnen, Helden, Zwerge und böse Stiefmütter viel mehr als Unterhaltungsliteratur: „Märchen haben einen tiefen Sinn und es gibt immer eine Lehre, die man aus ihnen ziehen kann.“ Seit Werke der Gebrüder Grimm und von Hans-Christian-Andersen im Eingangsbereich der Bücherei ausgestellt sind, würden sie auch mehr ausgeliehen. „Man muss die Eltern und die Kinder, die schon selbst lesen können, nur ab und zu auf diese literarischen Schätze hinweisen.“

(tal)

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