Lassen Beine und Seele baumeln: Gertraude und Eckard Gesper aus dem Ruhrgebiet machen Urlaub in Wolfratshausen. Foto: sabine hermsdorf

Sommer-Idyll mit kleinen Macken

Wolfratshausen - Auch bei über 34 Grad lassen sich die Camper in Wolfratshausen den Spaß nicht verderben: Zur Erfrischung schwimmen die Urlaubsgäste im Badweiher nahe des Campingplatzes. Der ist in desolatem Zustand.

it einer bunten Taucherbrille auf dem Kopf und einem Schnorchel im Mund springt der vierjährige Julius gemeinsam mit Opa Eberhard Wild (69) in den Weiher direkt neben dem Platz ihres Wohnmobils. Der siebenjährigen Emma sind die 19 Grad im Wasser für eine Erfrischung deutlich zu kalt: „Dafür leihe ich meinem Bruder die Taucherbrille.“

Die Kinder, die in der Flößerstadt wohnen, kennen das kleine Gewässer und den Campingplatz gut, da ihre Großeltern aus Bad Windsheim in Mittelfranken häufig mit dem Wohnmobil dort übernachten. „Wir sind bei der Familie und können uns abends trotzdem abseilen. Das ist ein großes Stück Freiheit“, sagt Camper Eberhard Wild. Der Platz in Wolfratshausen gefällt ihm besonders, da „keine Reservierung nötig ist und wir heimfahren können, wann wir wollen“. Auch die Umgebung hat es dem 69-Jährigen angetan: „In Wolfratshausen ist es traumhaft schön, man kommt mit den Rädern überall hin. Bei schlechtem Wetter fahren wir nach München.“ Wenn es heiß ist, planscht er mit seinen Enkeln im Starnberger See oder dem Badweiher.

Verwandtschaftsbesuche sind auch der Grund, warum Gertraude (63) und Eckard (67) Gesper aus dem Ruhrgebiet mehrmals im Jahr nach Wolfratshausen kommen. Mit ihrem Wohnwagen waren sie bereits im Juli vier Wochen in der Flößerstadt, nun verbringen sie noch einmal zehn Tage zwischen Isar und Loisach: „Unsere Kinder wohnen in München. Da eignet sich der Platz wegen seiner Nähe zur S-Bahn hervorragend.“

Dass Campinggäste wie Familie Wild und Gesper regelmäßig nach Wolfratshausen kommen, ist laut Pächter Michael Kramer eher die Ausnahme: „Die meisten Urlauber sind auf der Durchreise und bleiben bis zu zwei Tagen.“

Um die Attraktivität des Platzes zu erhöhen, hofft Kramer auf eine Erneuerung der Sanitäranlagen (siehe Kasten): „Hier ist die Stadt als Eigentümer in der Pflicht. Es besteht aber kein Interesse, Geld in die Hand zu nehmen.“

von Sebastian Dorn

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