Spätaussiedler: In Beuerberg wird`s eng

- Steiner Heim vor Auflösung ?

VON ROSWITHA DIEMER Geretsried/Beuerberg - Die Belegungszahlen im Geretsrieder Übergangswohnheim Stein sind rückläufig. Laut Kathrin Jahndel, Pressesprecherin der Regierung von Oberbayern, ist zwar mittelfristig eine Schließung angedacht, die Suche nach neuen Unterkünften erweist sich aber als schwierig. Schwierig ist auch die Lage im Beuerberger Übergangsheim: Dort ist die Grenze der Aufnahmefähigkeit erreicht.

201 Personen sind laut Jahndel momentan im Aussiedlerwohnheim Stein untergebracht, neue werden nicht mehr aufgenommen. "Die Stadt Geretsried hat in der Vergangenheit sehr viel Integrationsarbeit leisten müssen, jetzt soll eine Entlastung stattfinden", sagt Jahndel. Die Regierung suche nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten. "Wir wollen einen Ausgleich schaffen. Woanders ist die Belegungsrate noch nicht so hoch."

Damit kann Jahndel nicht das Übergangswohnheim in Beuerberg meinen. 110 Aussiedler sind nach Aussage von Mira Göserich dort untergebracht. Die Kapazität ist erschöpft. "Eine Großfamilie lebt seit zirka acht Wochen in einem knapp 20 Quadratmeter großen Raum." Eine Besserung sei laut der Caritas-Mitarbeiterin nicht in Sicht. Eine Ideallösung sei das sicher nicht, räumt Kathrin Jahndel ein. "Auf der anderen Seite sind wir immer bemüht, überhaupt Angebote bereitzuhalten."

Die dichte Belegung wirkt sich vor allem auf die Arbeit der einzigen Betreuerin im Heim aus. "Wenn es zu eng wird, kommt es unter den Heimbewohnern natürlich vermehrt zu Spannungen und Reibereien", sagt Göserich.

Dass der Strom der Spätaussiedler nicht abreißt, ist auch im Steiner Übergangswohnheim ein Problem. "Die Aufnahmezahlen sollten eigentlich laufend reduziert werden, aber es kommen immer wieder Neuzugänge", weiß Caritas-Kreisgeschäftsführer Toni Thalmaier. Ob die Regierung die Schließung des Steiner Übergangswohnheims realisiert oder nicht, ist für die Caritas eher nebensächlich. Toni Thalmaier hat für den Fall des Falles bereits Vorkehrungen getroffen. Die zwei hauptamtlichen Caritas-Betreuer in Stein werden bis Ende 2004 hausintern versetzt. Thalmaier: "Wir können uns auf die vagen Aussagen der Regierung nicht verlassen. Ich habe gegenüber den betroffenen Mitarbeitern schließlich eine Fürsorgepflicht." Für die Caritas steht jedenfalls fest, dass bis Ende 2004 die Betreuung im Übergangswohnheim eingestellt wird.

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