Gut gerührt: Molkerei-Experte Werner Mendle (li.) zeigt den Festbesuchern die Kunst der Käse-Herstellung mit Rohmilch am Kupferkessel. Foto: Lippert

Spiel, Spaß und heimische Spezialitäten

Baiernrain - Andrang beim Baiernrainer Herbstfest: Zahlreiche Besucher informierten sich über Produkte aus der Region.

„Mit Schwung in die Pedale treten! Richtig fest“, feuerte Hans Killer den kleinen Jannik an. Als Vorsitzender der Waldbesitzer-Vereinigung-Wolfratshausen nahm Killer mit seinen Mitgliedern am Baiernrainer Herbstfest teil. Und Jannik trat, was das Zeug hielt. Mit dem Sägefahrrad sollte er von einem Birkenstamm ein 250 Gramm schweres Stück absägen. „Wer das schafft, bekommt von uns ein Holzhaus“, versprach Killer gestern den Festbesuchern.

Jannik hatte kein Glück: Nur 169 Gramm wog sein Holzstück. Etwas besser schnitt Nico ab. Er brachte es immerhin auf 249 Gramm. Es war wie beim Fußball: Knapp daneben, an den Pfosten oder die Latte ist eben noch kein Tor. Und das mit dem Holzhaus klärte Killer für ungläubige Besucher auf: „Es handelt sich um einen Vogelnistkasten.“

Wer den körperlichen Einsatz scheute, griff zur Geldbörse und kaufte ein Los - so wie Elisabeth Ronge aus Ebenhausen. Sie konnte ihr Glück kaum fassen: Zu Weihnachten darf sie sich nun im Wald einen Christbaum aussuchen und abholen. Weniger glücklich blickte Tanja Zegermacher drein. Sie war eine der 40 Gewinner, die mit Anton Ailler auf der Hebebühne 18 Meter hoch in die Luft gehen und Baiernrain aus der Vogelperspektive betrachten durften. „Freiwillig hätte ich das nicht gemacht. Mir war mulmig dabei. Aber der Blick war toll“, bilanzierte sie, als sie mit zittrigen Knieen wieder festen Boden betrat. Gewinnen, mitmachen, schauen und probieren - dieses Konzept stand im Mittelpunkt des Dorfherbstes, den die Dorfgemeinschaft Baiernrain veranstaltet. Trotz des schlechten Wetters mit kühlen, herbstlichen Temperaturen lockte die zwölfte Auflage wieder einige tausend Besucher nach Baiernrain. Sie kamen selbst aus fernen Landkreisen wie Erding, Dachau, Weilheim, Ebersberg oder der Landeshauptstadt. Das verrieten die Auto-Kennzeichen auf den vollen Parkplätzen. Die Stände mit den heimischen kulinarischen Spezialitäten oder mit Kaffee und Kuchen waren besonders beliebt. Fast an jedem Stand konnte auch der Wissensdurst gestillt werden. So verriet Evelyn Greiter aus Egling wie sie ihren Hustensaft selbst braut: „Eine braune Zwiebel mit der Schale, je einen Teelöffel Anis und Fenchel und 100 Gramm braunen Zucker im Wasser 25 Minuten köcheln lassen, abseien und mit Honig abschmecken - fertig ist der Hustensaft.“

Auf dem Heubauerhof zeigte Werner Mendle aus Jasberg, wie aus frisch gemolkener Milch ein schmackhafter, halbfester Rohmilchkäse entsteht. „Für zehn Kilo Käse sind 100 Liter Milch notwendig. Dieser wird mit einer Säuerungskultur angereichert. Bei mindestens 25 Grad etwa eine Stunde die Kultur wirken lassen und anschließend schneiden und etwa 15 Minuten rühren“, verriet er, während er an einem Kupferkessel stehend rührte. Danach füllte er die Masse in Formen, in denen sie 24 Stunden ruhen muss. „Morgen reibe ich die Rinde mit Salzlake ein. In meinem Naturkeller lagern die Käselaibe über zwei Monate und entwickeln den Geschmack.“

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