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"Integrationale" ist der Name des Hallenturniers, das die Fußballer des TSV Wolfratshausen veranstalten.

Wolfratshausen

Sport hilft beim Fußfassen

Fußball - Der TSV Wolfratshausen richtet ein integratives Hallenturnier aus, bei dem Asylbewerber und Einheimische gemeinsam kicken.

Im Training der Fußballer des TSV Wolfratshausen ging es zuletzt bunt zu. 13 Asylbewerber kickten in den vergangenen Wochen bei den Übungseinheiten des B-Klassisten in der Halle mit. Und laut dem sportlichen Leiter der Wölfe, Stephan Berger, läuft das gemischte Training gut: „Die Kommunikation untereinander läuft gut, die Spieler werden von unserer Mannschaft gut aufgenommen.“ Zwar sprächen noch nicht alle neuen Teamkameraden Deutsch, die meisten aber können Englisch. In dieser Sprache werde kommuniziert.

Einige Asylbewerber könnten sich auch sportlich als eine Verstärkung für die Truppe von Guido Herberth erweisen. „Wir wissen noch nicht, wie viele der Spieler, die momentan im Training sind, auch dabeibleiben“, sagt Berger. „Wir freuen uns über jeden.“ Auch in der Nachwuchsabteilung des Vereins sind bereits einige junge Flüchtlinge Mitglied. Das bestätigt Jugendleiter Dominik Stallein: „In nahezu allen Altersklassen spielen Kinder von Asylbewerbern mit.“ Die Integration der jungen Fußballer laufe reibungslos ab. „Auch abseits des Fußballfeldes können sich durch den Sport Freundschaften entwickeln, die den Kindern helfen, einen Platz in der Gemeinschaft zu finden.“

Christian Leipold, Fußball-Abteilungsleiter des TSV Wolfratshausen.

Mit einem Hallenturnier am kommenden Samstag, 23. Januar, wollen die Wölfe-Fußballer ihre Integrationsarbeit in den Fokus rücken. Beim dem Wettbewerb, der heuer unter dem Motto „Integrationale“ steht, werden nämlich nicht die üblichen Fußballvereine aus den Nachbarstädten antreten. Stattdessen kicken neben der Equipe des TSV je eine Asylbewerbermannschaft aus Wolfratshausen und Geretsried um Plätze auf dem Treppchen. Außerdem macht jeweils ein Team mit Mitgliedern der Stadträte und -verwaltung beider Städte beim Turnier mit. Selbst Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner lässt es sich nicht nehmen, beim Hallenkick in seine Sportschuhe zu schlüpfen. Los geht’s um 13 Uhr in der Wolfratshauser Dreifachturnhalle, gegen 20 Uhr ist die Siegerehrung vorgesehen. Neben Fußball gibt es auch ein Rahmenprogramm.

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung ein Zeichen für eine positive Integration der vielen Asylbewerber setzen“, sagt Christian Leipold. Der Fußball-Abteilungsleiter des TSV Wolfratshausen ist davon überzeugt, dass die Sportvereine einen wichtigen Beitrag zum Einleben und Fußfassen der vielen Neuankömmlinge leisten können. „Der Sport ist für viele Menschen eine Möglichkeit, sich in die Gesellschaft zu integrieren“, sagt der Spartenchef. „Das soll bei unserem Turnier im Vordergrund stehen und nicht das sportliche Ergebnis, das am Ende herauskommt.“

Die Wölfe verlangen zudem keinen Eintritt, sondern stellen Spendenschweine auf. „Wir hoffen, dass viele Zuschauer kommen und spenden“, sagt Leipold. Die Spenden würden an den Asyl-Helferkreis weitergeleitet, der das Geld für seine Integrationsarbeit verwenden wird. dst

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