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Frauenmannschaft des Jahres: Die Fußballerinnen des BCF Wolfratshausen stiegen dreimal in Folge auf. Derzeit belegt das (ungeschlagene) Team Platz zwei in der Bezirksoberliga, am gestrigen Sonntag nahmen die feschen Damen drei Punkte aus Höhenrain mit an die Loisach.

In der Loisachhalle

Sportlergala: stimmiges Gesamtkonzept

Wolfratshausen – Höher, weiter, schneller – und dabei den Spaß nicht außer Acht lassen: Das ist die Marschroute der Wolfratshauser Sportler. Wer fleißig trainiert und Top-Leistungen abliefert, den ehrt die Stadt bei der jährlichen Sportlergala. Die Loisachhalle war am Samstagabend wieder voll besetzt.

Es ist ein Bild mit Symbolkraft: An einen Turn-Sprungkastens gelehnt, verpasst Stadtrat Benedikt Brustmann kurz vor Beginn der Sportlergala seinem Moderationstext den letzten Schliff. Es ist Samstagabend, kurz vor 18 Uhr. Die vollbesetzte Loisachhalle ist in Kerzenlicht getaucht, auf den Tischen im Saal sind Rosenblätter verstreut und Vorspeisenplatten angerichtet. Die rund 300 Besucher tragen schicke Abendkleider und dunkle Anzüge.

Ja, eigentlich ist Sport schweißtreibend, anstrengend, kräftezehrend. Heute Abend bleibt der Trainingsanzug aber im Schrank, der Schweiß tropft nicht von der Stirn. Stattdessen wird in festlichem Rahmen gefeiert. Die Sportlergala ist eine Belohnung für die hart erkämpften sportlichen Erfolge des letzten Jahres. Doch wer wird Sportler des Jahres? Wer sind die besten Mannschaften und Nachwuchstalente? Das haben die Wolfratshausen Bürger in einigen Kategorien selbst entschieden – mit hunderten Stimmzetteln, die, ausgeschnitten aus unserer Zeitung, den Weg ins Rathaus fanden. „Jeder Nominierte hat es verdient, hier gefeiert zu werden“, sagt Brustmanns Moderationskollege Carl-Christian Eick, Redaktionsleiter des Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur. Am Ende, so ist es halt im Sport, kann aber jeweils nur einer ganz oben auf dem Siegertreppchen, sprich der Loisachhallenbühne stehen.

Wie schön das ausschauen kann, beweisen die feschen Fußballerinnen des BCF Wolfratshausen. Mit ihren Dirndln würden sie auch auf dem Laufsteg eine gute Figur abgeben. Lässig nehmen die Farcheter Kickerinnen von Rathauschef Klaus Heilinglechner die Auszeichnung zur „Frauenmannschaft des Jahres“ entgegen. Und Gratulationen vom Ehrengast: Lena Lotzen, Europameisterin mit der Frauenfußball-Nationalmannschaft und Profi-Stürmerin beim FC Bayern München. Lotzen erklärt im Interview mit den Moderatoren, wofür sich die harte Schinderei auf dem Trainingsplatz lohnt: Angefangen mit dem Fußball hat sie mit fünf Jahren in einer Bubenmannschaft, im vergangenen Jahr erzielte sie ihr erstes Tor bei der Frauen-EM. Das tröstet die 21-Jährige auch über den Kreuzbandriss hinweg, der sie derzeit zur Reha zwingt.

Die schönsten Bilder von der Sportlergala in Wolfratshausen

Die Bilder der Sportlergala 2014 in Wolfratshausen

Schon wie alte Hasen treten die jungen Handballer von Isar und Loisach auf: Das HSG-Team ist die „Jugendmannschaft des Jahres“. Die C-Jugend hat den Landesmeistertitel geholt – über 400 Zuschauer waren in der Dreifachturnhalle am Hammerschmiedweg live dabei. „Natürlich war Nervosität da“, räumt Florian Seemann mit Gespräch mit Moderator Eick ein. Doch der entlockt Rückraumspieler Fabian Siebel schließlich doch noch, wie’s in dem Tollhaus damals wirklich war: „Total geil!“

So kann man auch die Auftritte des Wolfratshauser Profitänzers Dominik Halamek und seiner Crew umschreiben: Zu ihr gehören der BMX-Champion Chris Böhm, die Deutsche Meisterin im Trampolinspringen Katarina Prokesova und Matthias Pfleiderer, zweifacher Weltmeister im Synchron-Trampolinspringen. Egal ob im roten Anzug, als Akrobaten oder Affen im zotteligen Ganzkörper-Kostüm: Die Sportler geben immer eine gute Figur ab. Sie nehmen das Publikum von der ersten Minute an mit, heizen die Stimmung in der Loisachhalle an. Als sich Pfleiderer und Prokesova auf dem Riesentrampolin minutenlang um jede erdenkliche Körperachse drehen, wird es still. Bis an die Decke der Halle katapultiert es die Akrobaten, sie schlagen Salti und Schrauben. Die Darbietung ist so beeindruckend, dass es für ein „Wow“ nicht mehr reicht. Für den Höhenflug gibt’s stattdessen im Anschluss an die Darbietung donnernden Applaus.

Von solchen Momenten lebt die kurzweilige Gala. Die Stadt Wolfratshausen präsentiert ein stimmiges Gesamtkonzept: Die Ehrungen erfolgen zügig hintereinander, die Moderatoren und Bürgermeister Heilinglechner halten sich nicht mit überlangen Laudationen auf. Zwischendurch flachsen die drei Herren – und scherzen auch auf eigene Kosten. Das – und das leckere Hauptspeisenbuffet im Anschluss – gefallen dem Publikum.

Die Gala bietet aber auch Raum für ernste Momente. Der Rathauschef erinnert nach seiner Begrüßung an den heuer verstorbenen Stadtrat und Sportreferenten Max Auer. Die jungen HSG-Handballer widmen ihre Auszeichnung ihrem Torwarttrainer Christian Winnes. Er hatte Ende Oktober, wenige Tage nach seinem 47. Geburtstag, den Kampf gegen eine tückische Krankheit verloren.

Kurz vor 20 Uhr lüftet Heilinglechner das größte Geheimnis des Abends: Wer sind die Sportler des Jahres? Bei den Frauen setzt sich Tischtennisspielerin Karen Hellweg vom BCF durch. „Das ist halt eine Sportart, die man bis ins höhere Alter ganz gut betreiben kann“, sagt sie bescheiden. Bei den Männern wählten die Wolfratshauser aus drei Kandidaten aus – schlussendlich siegt ein Altbekannter: der Ultra-Läufer Günter Marhold. „Einer muss hier draußen auf der Bühne stehen, jetzt hat es mich getroffen“, sagt er. „Ich nehme die Ehrung stellvertretend für meine zwei Mitstreiter an.“

Dieser Satz, betont Moderator Eick, gelte für alle Auszeichnungen. Die Geehrten auf der Bühne stünden jeweils repräsentativ für all diejenigen, die sich im Sport engagieren – als Athleten, Trainer, Betreuer und Gönner. Ohne ihr Engagement wären sportliche Höchstleistungen, „gar nicht nicht erst möglich“.

Sebastian Dorn

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