Stadt gerät ins Schwimmen

Geretsried - Ins Stocken geraten sind die Planungen zum Bau eines neuen Hallenbads in Geretsried.

Ursprünglich sollte der Stadtrat in seiner heutigen öffentlichen Sitzung die ersten Aufträge vergeben. Doch Bürgermeisterin Cornelia Irmer hat den Punkt überraschend von der Tagesordnung genommen. Stattdessen sollen nun im nicht öffentlichen Teil der Sitzung noch offene Fragen geklärt werden. Der Bieterschutz verlangt es laut Bürgermeisterin, dass diese Beratung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Ob am Ende eine Auftragsvergabe erfolgen wird, ist noch unklar.

13 Architekturbüros haben sich in einer europaweiten Ausschreibung um die Objektplanungsleistungen für das neue Hallenbad an der Adalbert-Stifter-Straße beworben. Von den fünf Bietern, die in die engere Auswahl kamen, haben letztlich vier an den Verhandlungsgesprächen teilgenommen. Zwischen ihnen wird sich jetzt entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Auch die Fachplanungsleistungen wurden zwischenzeitlich ausgeschrieben, also Heizung, Lüftung, Sanitär, Badewassertechnik, Elektrik, Tragwerk und Brandschutz. Auch diese Aufträge sollten heute Abend eigentlich vergeben werden.

Vergangene Woche befasste sich der Bauausschuss in zwei nicht öffentlichen Sitzungen mit den Angeboten. Zu einem Ergebnis kam er offenbar nicht. Laut Bürgermeisterin Irmer gibt es aus den Reihen der Stadträte noch Fragen zum Verfahren, zur Honorar-Ermittlung und zu den einzelnen Angeboten. Diese sollen heute Abend beantwortet werden. Sind danach alle Unklarheiten beseitigt, könnte man die Aufträge noch in der gleichen Sitzung vergeben. Das Ergebnis würde man im Anschluss öffentlich bekannt machen. „Wir befinden uns ja in einer europaweiten Ausschreibung und müssen uns auch an gewisse Fristen halten“, erklärt Irmer.

Dass es hinter den Kulissen rumort, deutete sich bereits am CSU-Stammtisch am Sonntag an (wir berichteten). Fraktionschef Volker Reeh warf der Stadtverwaltung vor, mit unrealistischen Zahlen zu operieren. „Schon jetzt gehen Fachleute davon aus, dass die anvisierten sechs Millionen Euro angesichts des Umfangs nicht reichen werden“, sagte Reeh. „Sie sprechen von sechs bis acht Millionen Euro.“ Dies gelte es in der Finanzplanung der Stadt zu berücksichtigen. „Sonst erleben wir eine böse Überraschung und können möglicherweise nicht weitermachen, weil der Haushalt nicht mehr hergibt“, warnte der CSU-Sprecher.

Nach Auskunft der Bürgermeisterin wurde bei allen Bietern abgefragt, ob man für sechs Millionen Euro ein neues Hallenbad bauen kann. „Jeder hat gesagt, dass es knapp ist“, bestätigt Irmer. Jetzt aber schon zu behaupten, dass das Geld nicht reichen wird, hält die Rathauschefin für „sehr gewagt“.

Es sei Beschluss des Stadtrats, nicht mehr als sechs Millionen Euro für den Neubau auszugeben, „und wir als Verwaltung haben keine Veranlassung, diesen Beschluss abzuändern“, so Irmer. Sollte der Stadtrat der Meinung sein, dass der Betrag für das Hallenbad aufgestockt werden muss, „hat er es in der Hand zu sagen: Wir wollen mehr". (sas)

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