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Der Großeinsatz am 4. April vergangenen Jahres hielt etwa 150 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst gut 36 Stunden lang in Atem.

Nach Störfall bei Bene-Pharma-Chem

Stadt Geretsried schreibt Rechnung über 60 000 Euro

Geretsried/Egling - Beim Großeinsatz nach einem Störfall im Geretsrieder Pharmaunternehmen Bene-Pharma-Chem büßt die Feuerwehr reichlich Material ein. Und das war teuer.

Wie teuer war der Großeinsatz für die Feuerwehr beim Störfall in der Geretsrieder Firma Bene-Pharma-Chem? Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak hat acht Monate nach dem Geschehen erstmals öffentlich eine Zahl genannt. Demnach stellte die Stadt Geretsried dem Pharmaunternehmen allein für beschädigte Einsatzgegenstände eine Rechnung in Höhe von rund 60 000 Euro. Vorrangig wurden Chemikalienschutzanzüge verbraucht, erklärte Sydoriak am Freitag in der Jahresversammlung der Feuerwehr Egling. Mit den Anzügen schützten sich die Kameraden bei ihrem brisanten Einsatz auf dem Gelände von Bene-Pharma-Chem vor ausgetretener Chlorsulfonsäure. Diese ist laut Experten stark ätzend und somit lebensbedrohlich, falls man mit der Säure in Kontakt kommt. Nach dem Einsatz in Geretsried mussten zahlreiche Schutzanzüge nach Angaben des Kreisbrandinspektors vernichtet beziehungsweise aufwändig gereinigt werden.

Das Unternehmen mit Sitz an der Geretsrieder Bayerwaldstraße hüllt sich bisher über die Höhe des entstandenen Schadens in Schweigen. „Das soll firmenintern bleiben, dafür bitten wir um Verständnis“, erklärte Werksleiter Reiner Laible zuletzt auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Großeinsatz am 4. April vergangenen Jahres hielt etwa 150 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst gut 36 Stunden lang in Atem (wir berichteten). Das Firmengebäude wurde evakuiert, die Polizei sperrte das Gelände weiträumig ab. Landrat Josef Niedermaier sprach seinerzeit am Einsatzort von „Gefahr im Verzug“. Die lebensbedrohliche Chemikalie war in erheblicher Menge beim Befüllen eines Edelstahltanks in einem hermetisch abgeriegelten Raum entwichen. Zunächst bargen die Rettungskräfte mehrere kontaminierte Tanks. Anschließend trugen sie die Behälter wieder ins Werksgebäude zurück. Ein Feuerwehrmann zog sich während des Einsatzes leichte Verätzungen an einer Hand zu.

Nachdem die Floriansjünger abgerückt waren, kümmerten sich die Bene-Pharma-Chem-Mitarbeiter laut Klaus Maag vom Fachbereich Forschung und Entwicklung „zwei volle Tage um Hauptreinigungsarbeiten“. Weil elektronische Leitungen beschädigt gewesen seien, habe die Produktion aber deutlich länger ruhen müssen. Im Juli 2013 hatte Bene-Pharma-Chem, die seit 13 Jahren in Geretsried beheimatet ist, laut Maag die Produktion wieder aufgenommen. Die hauseigenen Sicherheitsvorschriften seien „nochmals kritisch hinterfragt worden“.

Bene-Pharma-Chem produziert als weltweit einziges Unternehmen den arzneilichen Wirkstoff Natrium-Pentosanpolysulfat. Er wird beispielsweise für Medikamente benötigt, die bei Durchblutungsstörungen verschrieben werden.

Sebastian Dorn

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