Stadt zahlt mit ihrem guten Namen

- Wolfratshausen - Bei der Renovierung der Wolfratshauser Hütte im Tiroler Leermoos übernimmt die Stadt eine Bürgschaft über 300 000 Euro. Wie Wirtschaftsreferent Heinz Bröker auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, trägt diese Bürgschaft dazu bei, "die Zinsbelastung des Alpenvereins zu minimieren". In nicht öffentlicher Sitzung haben sich die Stadträte einstimmig für diesen Weg der Unterstützung entschieden, der nach Angaben des CSU-Stadtrats keinesfalls mit einem Zuschuss zu verwechseln sei. Die Stadt stelle kein Geld bereit, sondern biete dem Kreditgeber des Alpenvereins die nötige Sicherheit. Dieses "geringe Risiko", so Bröker, "sollte uns die Wolfratshauser Hütte wert sein", die nach seinem Empfinden "ein Teil der Wolfratshauser Lebensqualität ist". Auch Bürgermeister Reiner Berchtold (SPD) geht davon aus, dass die Stadt durch diese Bürgschaft "mit keinem Euro" belastet wird. Das Ratsgremium habe sich von der Bonität des Alpenvereins vergewissert: "Im Insolvenzfall sind die Beträge sauber abgedeckt."<BR>

Wie berichtet ist der Alpenverein als Besitzer der Hütte gezwungen, eine etwa 860 000 Euro teure Generalüberholung des Gebäudes durchführen zu lassen: Neue österreichische Brandschutzauflagen und Verfallserscheinungen sind die Gründe dafür. Laut dem Vorsitzenden des Alpenvereins, Roland Lippeck, stehen einige Arbeiten an der Hütte, die aus dem Jahr 1921 stammt, an: "Der momentane Standard entspricht ungefähr den Ansprüchen von 1960." Modernisiert werden sollen unter anderem das Dach, die Pächterwohnung und die sanitären Anlagen. Derzeit steht Gästen in 1750 Metern Höhe beispielsweise nur ein Waschraum ohne eine eigene Dusche zur Verfügung.ee/cce<P>

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