So oder so ähnlich könnte es einmal ausschauen: das erweiterte Stadtarchiv am Loisachufer. foto: hl

Stadtarchiv ins alte Krankenhaus?

Wolfratshausen - Wäre das Stadtarchiv statt am Loisachufer nicht im alten Krankenhaus besser untergebracht? Das wollte Stefan Pszolla (Grüne) in der Monatsversammlung der Bürgervereinigung wissen.

In dem alten Gebäude an der Sauerlacher Straße sei das Archiv besser vor Hochwasser geschützt, begründete Pszolla seinen Vorstoß. Zum anderen würde es das Loisachufer vor weiterer Bebauung bewahren. Bürgermeister Helmut Forster ärgerte diese Debatte: „Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen“, entgegnete er. „Wir haben an der Stelle des Loisachufers einen Bebauungsplan, der genau dort eine Erweiterung vorsieht“, so der Rathauschef. Man müsse sich gewahr sein und akzeptieren, dass solchen Entscheidungen weitreichende Überlegungen vorangegangen seien und die Erweiterung des bestehenden Archivs die einzig machbare Lösung sei. Das zu akzeptieren sei Teil des Demokratieverständnisses, wollte Forster weitere Argumentationen Pszollas unterbinden.

Wie Forster weiter erläuterte, beinhalte das bestehende Gebäude auch ein Pumpenhaus, das nicht abgerissen werden könne: „Für dessen energetische Sanierung haben wir rund 30 000 Euro im Haushalt drin“, so der Rathauschef. „Irrsinn“ wäre es aus seiner Sicht, das Stadtarchiv an zwei Stellen weiterzuführen, etwa in einem gemieteten Raum: „Wir müssen auch die Kosten im Blick haben.“ Ein kompletter Umzug in das alte Krankenhaus würde „ein Vielfaches dessen kosten, was der Erweiterungsbau kosten wird“. Das Loisachufer werde durch die Erweiterung nur minimal zugebaut: „Was wir wegnehmen, sind Altglascontainer und vier Parkplätze, mehr nicht.“

Genau an dieser Stelle sei der Hochwasserschutz bereits maximal, „und wenn es ein Jahrhunderthochwasser geben sollte, das tatsächlich das Archiv erreicht, dann wäre auch der ganze Markt mit unter Wasser“, ergänzte Klaus Heilinglechner. Ein solches Ereignis würde „Probleme ganz anderer Art“ mit sich bringen, man wolle den Teufel aber nicht an die Wand malen. Fritz Koch klärte Pszolla schließlich in Sachen Loisachufer-Bebauung auf: „Sie sind geschichtlich falsch gewickelt“, sagte er. „Historisch gesehen war das Loisachufer immer zugebaut.“ Er selbst könne sich noch gut an die Nebengebäude des Löwenbräus erinnern, die erst spät dem heutigen Parkplatz weichen mussten.

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