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Die Zeit drängt: Das Projekt Untermarkt 10 soll zügig angegangen werden.

Die Zeit drängt

Stadtrat will Projekt Untermarkt 10 zügig angehen

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Die Würfel sind gefallen. Für das städtische Gebäude am Untermarkt 10, das ursprünglich einen Bürgerladen beherbergen sollte, sucht die Stadt Wolfratshausen nun einen privaten Investor.

Wolfratshausen – Motto: „Wer am meisten zahlt, der bekommt den Zuschlag“, so Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Das beschloss der Stadtrat am Dienstag mit 19 zu zwei Stimmen. Gegen das Vorhaben votierten Gerlinde Berchtold und Roswitha Beyer (beide SPD).

Heilinglechner: „Die Sanierung können wir uns nicht leisten“

Roswitha Beyer: „Das Modell altes Vermessungsamt war ein Schuss in den Ofen.“

Die denkmalgeschützte Immobilie ist wie berichtet in die Jahre gekommen und zu allem Überfluss mit Schadstoffen belastet. Eine Generalsanierung kostet laut des von der Stadt mit einer Schätzung beauftragten Bauplaners Anton Leitner summa summarum knapp zwei Millionen Euro. Josef Praller, Fraktionssprecher der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW), geht davon aus, dass die Gesamtmaßnahme „vermutlich noch viel teurer wird“. Auch Bürgermeister Heilinglechner, der die Übertragung des prominenten Eckhauses an einen Investor bislang abgelehnt hatte, stellte in der Stadtratssitzung fest: „Die Sanierung können wir uns nicht leisten.“

Wie soll das Gebäude genutzt werden?

Noch nicht beantwortet ist die Frage, wie das Gebäude genutzt werden soll. Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, am Untermarkt 10 unter anderem das städtische Tourismusbüro, ein Trauzimmer und einen Andenkenladen unterzubringen. Auch der Citymanager – den es noch nicht gibt – sollte einen Arbeitsplatz in dem Gebäude bekommen. Nicht zu vergessen das Heimatmuseum, das sich im Obergeschoss der Immobilie befindet. Das Nutzungskonzept „muss noch diskutiert werden“, sagte Dr. Manfred Fleischer (CSU), der die Vergabe an einen Investor durch einen entsprechenden Antrag zur Geschäftsordnung in der Sitzung initiiert hatte.

Was passiert mit dem Heimatmuseum?

Aus Sicht von Praller drängt nun die Zeit. Denn die Immobilie müsse „für den Investor freigemacht werden“, nicht zuletzt aufgrund der mutmaßlich zeitintensiven Sanierungsarbeiten. Ergo müsse eine Übergangslösung für das Heimatmuseum geschaffen werden. Die Einrichtung könnte zunächst ausgelagert werden – und falls die Kommune Räume am Untermarkt 10 zurück mietet, wieder dort eine Heimat finden. Möglich ist es laut Rathauschef Heilinglechner aber auch, dass für das Heimatmuseum ein Alternativstandort gefunden wird, an dem das „Gedächtnis der Stadt“ (Gerlinde Berchtold) dauerhaft verbleibt. Er habe diesen Platz bereits gefunden und seinen Vorschlag den Fraktionssprechern unterbreitet. Details wollte Heilinglechner auf Nachfrage unserer Zeitung nicht preisgeben.

Beyer (SPD) will keine „Hoppla-Hopp“-Entscheidung

Peter Plößl: „Das war kein Schuss in den Ofen, das ist ein Erfolgsmodell.“

Der gesuchte Investor kann das Gebäude in Erbpacht (über deren Höhe der Stadtrat noch befindet) übernehmen. Stadträtin Beyer hielt davon nichts. „Ich bin da ein gebranntes Kind“, stellte sie mit Blick auf das alte Vermessungsamt an der Marktstraße fest. Das hat die Kommune für 99 Jahre an einen Investor verpachtet, der es aufwendig sanierte. In dem Gebäude hat die Stadt Räume angemietet – „und wir zahlen mehr Miete, als wir Erbpacht bekommen“, sprang Berchtold ihrer Genossin bei. Das Modell Vermessungsamt „war ein Schuss in den Ofen“, schimpfte Beyer. Deswegen sei sie nicht gewillt, in puncto Untermarkt 10 „hoppla-hopp“ dieselbe, in ihren Augen falsche Entscheidung zu treffen.

Räume zurück mieten wäre laut Bürgermeister „kontraproduktiv“

„Das war kein Schuss in den Ofen, das ist ein Erfolgsmodell“, konterte Peter Plößl (CSU). Die Sanierung des bereits verfallenen alten Vermessungsamtes wäre für die Kommune finanziell nie darstellbar gewesen. Ins selbe Horn stieß Helmut Forster (BVW), in dessen Amtszeit als Bürgermeister die Entscheidung gefallen war. Beyer und Berchtold ließen bei ihrer Kritik die immensen Investitionskosten außer Acht. Die betrugen, wenngleich nie offiziell bestätigt, weit mehr als 1,5 Millionen Euro. Bürgermeister Heilinglechner kam Beyer auf halbem Weg entgegen. Es wäre tatsächlich „kontraproduktiv“, wenn die Stadt nach der Vergabe Räume am Untermarkt 10 vom Investor zurück mieten würde. „Da gebe ich Ihnen Recht.“

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